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Gutachterin zeichnet düsteres Bild

Das sind keine guten Aussichten: Im Gefängnis-Folter-Prozess, der derzeit vor dem Landgericht verhandelt wird, legte gestern eine Fachärztin das psychiatrische Gutachten über den 42-jährigen Angeklagten vor: Danach sei damit zu rechnen, dass er wieder straffällig werde, vor allem, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren - mit seinen 42 Jahren habe er immerhin schon 17 Jahre im Gefängnis verbracht.

Dem Mann wird vorgeworfen, in einer Vier-Mann-Zelle in der JVA einen 47-jährigen Mitgefangenen gequält zu haben. Der Angeklagte schiebt die Schuld auf einen anderen Zelleninsassen, der mittlerweile in seine italienische Heimat abgeschoben wurde: Dieser soll nach Angaben des 42-Jährigen im Januar 2006 die treibende Kraft gewesen sein. Auch das Opfer hatte vor Gericht ausgesagt, dass der Angeklagte nicht der Hauptakteur gewesen sei.

Die Gutachterin sagte gestern jedoch auch: "Ich gehe davon aus, dass sich das Geschehen in der Zelle so nicht wiederholen würde." Die mutmaßlichen Taten seien damals in einer ganz bestimmten Situation begangen worden, die zum einen durch die Dynamik zwischen dem Angeklagten und dem anderen Mithäftling geprägt gewesen sei - zum anderen durch das 47-jährige Opfer, das sich kaum gewehrt haben soll. Ihr gegenüber habe der Angeklagte auch gesagt, dass er das Geschehen in der Zelle nur toleriert habe - bei der Schein-Strangulierung mit einem Handtuch sei er sogar eingeschritten. Insgesamt stellte die Gutachterin bei dem 42-Jährigen keine verminderte Schuldfähigkeit fest. Der Prozess wird fortgesetzt. if

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