Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Haftstrafen für tonnenschweren Fleischbetrug

Anzeige

Mehrere Tonnen Fleisch im Gesamtwert von 680 000 Euro hat eine Dortmunder Firma Ende 2004 am Rande des Großmarkts von mehreren Lieferanten bestellt. Bezahlt wurden die Fleischberge jedoch nie. Gestern verurteilte die 33. Strafkammer des Landgerichts drei Mitarbeiter des Unternehmens wegen Beihilfe zum Betrug in bis zu 62 Fällen zu Haftstrafen.

Das Fleisch hatte die Firma direkt nach der Lieferung weiterveräußert und sich anschließend aus dem Staub gemacht. Verdacht hatte bis dahin niemand am Großmarkt geschöpft, waren die Geschäfte mit dem Auftraggeber doch immer reibungslos verlaufen. Umso überraschter waren die Lieferanten, als sie im Januar 2005 nur noch leere Geschäftsräume vorfanden. Der Initiator des Fleischbetrugs befindet sich noch auf der Flucht.

Drei seiner Komplizen konnten jedoch gefasst werden. Unter ihnen ein Düsseldorfer Anwalt, der wegen seiner Erfahrung mit Warenbetrügern die Geschäfte überwacht hatte. Er bekam gestern vom Gericht die saftigste Strafe aufgebrummt: zweieinhalb Jahre Haft. Neben den Fleischbetrügereien konnten dem Anwalt auch Untreue in Höhe von 5000 Euro zu Lasten einer Sparkasse und Betrug bei einem Autoverkauf nachgewiesen werden. Seine Komplizen (33 und 57 Jahre) kamen mit Bewährungsstrafen in Höhe von zwei Jahren bzw. 16 Monaten davon. Zu den Aufgaben des Juristen gehörte es laut Urteil auch, den 57 Jahre alten Mitangeklagten als "Strohgeschäftsführer" einzusetzen. Doch außer Geld entgegenzunehmen, Kaffee zu trinken und Nickerchen zu halten, tat der ehemalige Taxifahrer gar nichts. Der 32-Jährige hatte mehr Durchblick und Einblick in die Geschäftsunterlagen. Er schönte die Bilanzen. In dem 43 Verhandlungstage dauernden Prozess stellte der streitbare Advokat übrigens neun Befangenheitsanträge gegen die Kammer. Im Urteil legte Richter Hammeke dem Angeklagten diese unbegründeten Gesuche als "Verschleppungsabsichten" aus. wit

Anzeige
Anzeige