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Heimlich abhängig: Erst betäuben, dann zum Job

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Abhängig, aber unauffällig - heimliche Drogensüchtige werden der offiziellen NRW-Zahl von 40 000 Konsumenten harter Drogen als Dunkelziffer hinzu addiert, alltagsnahe Ausstiegsangebote gibt es für sie kaum. Die LWL-Klinik Dortmund will Betroffenen nun helfen, in der Sucht-Sackgasse umzukehren.

Der brave Bankangestellte, der sich nach Feierabend unbemerkt eine Prise Kokain in die Nase zieht. Die allein erziehende Mutter, die sich für den Teilzeitjob heimlich mit morphinhaltigen Schmerzpillen aufputscht. Nach außen hin sind sie "Normalos". Doch hinter der bürgerlichen Fassade versteckt sich ein - manchmal todsicheres - Elendsrisiko.

Die Einrichtung in Dortmund bietet einen ausschließlich ambulanten Drogenentzug für diese Betroffenengruppe an. Der so genannte Qualifizierte Ambulante Opiatentzug läuft als Modellprojekt im Rahmen des Landesprogramms gegen die Sucht.

"Endlich können wir auch Drogenabhängigen, die zum Beispiel aufgrund beruflicher oder familiärer Verpflichtungen nicht stationär über einen längeren Zeitraum entziehen wollen oder können, eine qualifizierte Alternative bieten", sagt Dr. Gerhard Reymann, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin an der LWL-Klinik. "Wichtig ist, dass wir damit Opiatabhängige in frühen Suchtstadien erreichen", betont Reymann.

Der ambulante Opiatentzug dauert rund sechs Wochen. "Ähnlich einem Nikotinpflaster werden die Entzugserscheinungen am Anfang durch eine kontrolliert abnehmende Menge einer Ersatzdroge wie etwa Methadon gemildert", erklärt Reymann.

Nach einem Vorgespräch nimmt jeder Patient je nach individueller Diagnose täglich an einer Gruppentherapie oder anderen therapeutischen Angeboten bzw. Beratungsgesprächen teil.

Anmeldungen in der Suchtambulanz, Tel. 45 03-27 70.

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