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Herbst-Romantik

Zu sehen ist eine sanft hügelige, herbstliche Landschaft, ein sich schlängelnder Fluss, die Reste einer Burg. Eine Szene an der Mosel? Am Rhein? Falsch. Es ist "Das Ruhrtal bei Blankenstein" und der Titel unseres Kunstwerks des Monats November, ausgesucht von den Ruhr Nachrichten und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK).

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Dort, in der Romantik-Abteilung der Gemälde-Galerie, hängt das romantische Gemälde des Briten William Heaton Rudolph. "Leider stürzen sich alle Besucher in diese Etage gleich auf Caspar David Friedrich", sagt MKK-Kunsthistorikerin Brigitte Buberl und deutet auf das Gemälde "Winterlandschaft mit Kirche" des berühmteren Zeitgenossen.

Rudolph gehörte zu den Schülern um den niederländischen Maler B. C. Koekkoek, der von seinem Atelier in Kleve aus Rhein-Landschaften in Szene setzte. Viel mehr als auf dem Goldrahmen steht, ist über Rudolph nicht bekannt: Anfang des 19. Jahrhunderts in Sunburry geboren, 1867 in Kleve verstorben. Zu jener Zeit gehörte die Rheinreise zum guten Ton; Clemens Brentano, Lord Byron oder Mary Shelley verarbeiteten ihre Eindrücke schwärmerisch in Briefen, Gedichten oder Bildern - die Rheinromantik war geboren. Auf einer jener Touren muss William Heaton Rudolph auch die Ruhr und die Ruine der 1226 erbauten Burg Blankenstein entdeckt haben.

Unbekannt war der Landstrich bei Hattingen freilich schon damals nicht: "Die Berge umher sind reich bewaldet oder bebaut, unten die saftigsten Wiesengründe, im Flusse schäumende Wehren, (...) rechts auf der nahen Höhe die Ruinen von Blankenstein", beschrieben die Dichter Ferdinand Freiligrath und Levin Schücking in ihrer 1841 erschienenen Schrift "Das malerische und romantische Westphalen". Seit 1953 gehört "Das Ruhrtal bei Blankenstein" dem MKK. Seit dem Umzug in die Hansastraße ist es ununterbrochen zu sehen. Katrin Pinetzki

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