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Raubkopien von EC-Karten mit Funkchip

Hülle des Weißen Rings schützt vor Daten-Klau

Dortmund Neue elektronische Masche: Täter kopieren mit technischen Geräten die Konto-Informationen ihrer Opfer einfach im Vorbeigehen von der EC-Karte. Der Weiße Ring verschenkt eine Lösung.

Hülle des Weißen Rings schützt vor Daten-Klau

Roland E. Koch vom Weißen Ring zeigt eine Hülle, die Scheckkarten mit Funk-Funktion beim Bezahlen vor elektronischem Daten-Diebstahl schützt. Foto: Peter Bandermann

Bequemes Einkaufen rund um die Uhr vom Sofa aus auf der einen Seite und Straftaten durch elektronisch ausgeübte Straftaten andererseits: Das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Am jährlichen „Tag des Kriminalitätsopfers“ informierten Polizei, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Opferschutzorganisation „Der Weiße Ring“ in der Berswordthalle im Stadthaus am Donnerstag über Straftaten im Internet – und wie Bürger sich davor schützen können.

Hülle soll Daten-Klau aus dem Funkchip der EC-Karte schützen

Über sichere Passwörter sprechen die Opferschützer der Polizei in der Endlosschleife. Dass sie nicht so fantasielos klingen sollen wie „123456“, „1909“ oder das eigene Geburtsdatum, leuchtet ein. Roland E. Koch vom Weißen Ring rät Otto Normalverbrauchern darüber hinaus zu einem wenig bekannten Trick: Er – oder Ottos Ehefrau – soll die EC-Karte in eine dünne Hülle stecken, um sie vor dem elektronischen Datenklau zu schützen. Technisch raffinierte Täter würden mit speziellen Lesegeräten wichtige Daten von den Funkchips der modernen EC-Karten-Generation kopieren und dann die Konten abräumen.

Die Funk-Chips der modernen Karten übertragen das Geld an die digitale Kasse. Roland Koch: „Die Hülle kann verhindern, dass die Daten im Vorbeigehen abgegriffen werden können.“ Sie ist über den Weißen Ring zu beziehen. Mehr auch dazu in diesem Video:

Der Datenklau werde ein immer größeres Problem, berichtete Ingo Moldenhauer, Vorsitzender des Weißen Rings in Dortmund. Die Täter würden Konten komplett leer räumen, sodass die Opfer nicht einmal mehr das Geld hätten, sich Lebensmittel zu kaufen. „Mit 200 bis 300 Euro können wir die Zeit bis zum nächsten Gehalt überbrücken“, sagte Moldenhauer über die Angebote seiner Organisation für die Opfer.

Klaus Beisemann vom Kommissariat für Opferschutz der Kriminalpolizei sagte, dass der Schutz vor Straftaten im Internet inzwischen einen großen Teil der Beratungsarbeit ausmache: „Wir informieren Eltern darüber, worauf sie achten sollten, wenn Kinder das erste Smartphone bekommen, und wir beraten diejenigen, die verstärkt im Internet einkaufen möchten. Wir sagen, wo es kritisch werden und wie man sich schützen kann.“

Ex-Freund stellt Nacktfoto ins Internet

Ingo Moldenhauer berichtet von einem drastischen Fall, bei dem ein vor vielen Jahren aufgenommenes Foto einer Frau heute noch Probleme bei Bewerbungen mache: Der frühere Freund hatte die Frau einst nackt fotografiert und das Bild ins Internet gestellt. Dort habe sich die Verbreitung des Fotos verselbstständig. Ingo Moldenhauer: „Das innerhalb weniger Sekunden ins Internet gestellte Foto steht da jetzt für immer und hat Folgen für die Ewigkeit ausgelöst“.

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