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Immer lächeln

Carla Scholand (24) liebt ihre Arbeit. Vor allem am Schalter in der Abfertigungshalle wird es ihr nicht langweilig.

Menschen kommen und gehen, essen, trinken, warten, tragen ihre Koffer oder stehen Schlange, um das Reisegepäck aufzugeben. Und dann werden sie aufgerufen und gehen zum Tor in die Ferne.

Manchmal braucht Scholand schon ein dickes Fell. Wenn beispielsweise ein Passagier sich beschweren will oder schlecht gelaunt ist. Dann heißt es: lächeln und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der Kunde ist schließlich König. Gleichwohl überwiegen die positiven Eindrücke. "Die meisten Gäste sind pflegeleicht und voller Erwartung." Ihre Vorfreude sei ansteckend. Manchmal sei sie auch ein bisschen neidisch, wenn ein Fluggast von seinem Urlaubsziel erzählt und dabei ins Schwärmen gerät.

Mäßiger Promi-Faktor

Natürlich hat Scholand bei ihrer Arbeit auch mit Prominenten zu tun, die sonst nur im Fernsehen zu sehen sind. Ihre Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen: "Menschen wie du und ich", sagt Scholand fast schon ein wenig enttäuscht, "und in natura lange nicht so attraktiv wie auf dem Bildschirm".

Wie wohl sich die Passagiere bei Scholand fühlen, unterstreichen die vielen kleine Geschenke, die sie für sie abgegeben wollen: Pralinen, Schokolade, manchmal auch Hochprozentiges. Doch solche Bestechungsversuche sind zwecklos. Die Mitarbeiter des Flughafens dürfen solche "kleinen Aufmerksamkeiten" nicht annehmen.

Auch Flirtversuche kommen vor. Vor allem Männer in Gruppen senden schon mal Signale aus. So manchem Fluggast brachte Scholand mit ihrem Lächeln ungewollt innerhalb von Sekunden die Glückshormone und das Gefühlsleben auf Trab. Sie nimmt solche Annäherungsversuche mit Humor. Fürs Selbstvertrauen sind sie ohnehin gut.

Natürlich lebt auch die 24-Jährige ihre Reiselust aus ("Ich bin zurzeit auf dem Städtetripp"). Doch genauso wichtig sind für sie die gemütlichen Abende mit ihrem Freund auf dem Sofa. Erst recht nach einem anstrengenden Arbeitstag. Gleichwohl: Dieses Fernweh, dieses Kribbeln im Bauch - das bleibt. ar

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