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Interview mit Opfer

DORTMUND Es grenzt an Horror, was Türsteher Douz Dobras (Foto) am Samstag erlebte: Ein Disko-Gast richtete eine Waffe auf seinen Kopf und drückte ab – wie durch ein Wunder blieb der 32-Jährige unversehrt. RN-Redakteur Andreas Wegener sprach mit ihm.

Haben Sie inzwischen realisieren können, was für ein Glück sie hatten?

Dobras: Tja, am Anfang war das schwer, aber inzwischen wird es mir klar. Die Chance, dass eine Patrone nicht zündet, liegt bei 1: 1000000, erklärte mir ein Polizist.

Wann wurden Sie auf den Täter aufmerksam?

Dobras: Ich bin Einsatzleiter in der Disko Rush-Hour, an diesem Abend hatte ich Innendienst. Als ich nach vorne ging, um nach dem Rechten zu sehen, sah ich erst niemanden. Dann sah ich, dass sich Türsteher, Kassierer und Gäste auf den Boden gelegt hatten. Im gleichen Moment erblickte ich den Mann, der eine Waffe im Anschlag hielt.

Hatten Sie nicht auch wahnsinnige Angst?

Dobras: In diesem Moment habe ich nur an die Sicherheit der Gäste gedacht. Ich ging auf den Unbekannten zu und sagte erst ‚Nicht schießen!‘ und dann ‚Leg die Waffe weg‘. Doch dann drückte er wirklich ab.Sie konnten den Täter dann entwaffnen, doch er entkam noch einmal…Dobras: Ja, er hat sich erheblich gewehrt. Ich wollte kein weiteres Risiko eingehen, ich wusste ja, dass er früher oder später geschnappt wird. Wir konnten ihn ja alle gut beschreiben.

Gibt es in der Disko öfter Stress mit gewalttätigen Kunden?

Dobras: Nein, ich arbeite schon seit vielen Jahren im Geschäft, aber im Rush-Hour gab es nie größere Probleme. Das liegt auch daran, dass die meisten Besucher Stammgäste sind, die wir gut kennen.Um ein Haar wären sie gestorben. Wie kommen Sie damit klar?Dobras: Und das auch noch an meinem Geburtstag! Ich konnte wirklich kaum schlafen, das belastet schon gewaltig. Deshalb werde ich jetzt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

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