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Neue Trinkwasserverordnung

Keim-Test treibt Miete hoch

DORTMUND Krankmachende Bakterien lauern im Trinkwasser. Legionellen-Keime können lebensbedrohlich sein. Deshalb sollen Vermieter ihre Warmwasseranlagen jährlich überprüfen lassen. Das schreibt die am 1. November in Kraft getretene neue Trinkwasserverordnung vor. Zahlen dafür müssen am Ende die Mieter.

Da Legionellen nur in warmem Wasser vorkommen, stehen insbesondere Warmwasserspeicher in Mehrfamilienhäusern unter Verdacht, Brutstätte solcher Bakterien zu sein. Ein Beweis dieser These, kritisiert Michael Mönig, Hauptgeschäftsführer der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund, sei bis heute jedoch nicht erbracht. „Die Untersuchung kostet bei einem Haus mit acht Parteien voraussichtlich etwa 200 Euro pro Jahr“, rechnet Mönig die Kosten für das neue Reinheitsgebot vor.

Als Teil der Betriebskosten könnten diese Aufwendungen aber grundsätzlich auf die Mieter umgelegt werden. Von den rund 37.000 Mehrfamilienhäusern in Dortmund wird bei denen der Legionellen-Test fällig, die eine zentrale Wasseraufbereitungsanlage mit einem Speichervolumen von 400 Litern im Keller stehen haben oder deren Warmwasserleitungen mehr als drei Liter Inhalt zwischen Großboiler und Wasserhahn aufweisen. Wohnungen mit eigenem Boiler oder Durchlauferhitzer sind nicht betroffen. Legionellen sind winzige Bakterien, die mitunter tödlich verlaufende Lungenentzündungen auslösen können. In diesem Jahr wurden dem Gesundheitsamt bislang fünf Infektionen gemeldet, im letzten Jahr waren es sieben. „Man muss aber davon ausgehen, dass es eine große Dunkelziffer gibt,“ meint Dr. Udo Lepper, stellv. Leiter des Gesundheitsamtes. Mit der neuen Trinkwasserverordnung kommen gewaltige Aufgaben auf das Gesundheitsamt zu; denn die Behörde muss alle betroffenen Vermieter erfassen und dann nachhalten, dass diese die Tests regelmäßig an eigens registrierte Unternehmen in Auftrag geben.

Die ersten vereinzelten Meldungen laufen bereits ein. Krankenhäuser, Kindertagesstätten oder große Hotelketten hätten diese Tests bereits vor Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung aus Eigenverantwortung machen lassen, weiß Lepper. Ohnehin befinde sich die Novelle bereits wieder in einer Revision. Möglicherweise komme es noch mal zu Änderungen. Die städtische Wohnungsgesellschaft Dogewo hat aber schon alle Vorbereitungen getroffen. Rund ein Viertel ihres Wohnungsbestandes (knapp 200 Anlagen mit etwa 4000 Wohnungen), so Sprecherin Regine Stoerring, falle unter die neue Verordnung. Die jeweils vorgeschriebenen drei Zapfstellen pro Anlage für die Proben seien eingerichtet, eine Fachfirma beauftragt.

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