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Kein Doping, keine Siege, keine Sponsoren, kein Job

Im Süden August und September sind die Monate der Radrennen. Aber die haben bei der Tour de France durch Doping-Skandale einen negativen Beigeschmack bekommen. Julia Gaß sprach mit Radrennfahrer Frank Schmadtke, Sprecher von "Sturm" Hombruch, mit 160 Sportlern einer der mitgliederstärksten Radsportvereine im Landesverband NRW.

Haben es die Radsportvereine nach dem Doping-Desaster bei der Tour de France schwerer, Mitglieder zu finden und diese für den Radrennsport zu begeistern?

Schmadtke: Auch ohne Dopingskandale ist es schwer, Jugendliche für den Radsport zu begeistern: Man muss viel trainieren, danach leben und die Eltern sollten den Sport unterstützten. Ein Rennrad kann locker ab 2000 Euro kosten. Die Fahrten zu Wettkämpfen müssen selbst bezahlt werden, an jedem Wochenende in der Saison.

Wie motiviert man Jugendliche, Leistungen ohne Doping zu erbringen, wenn das die Vorbilder nicht tun?

Schmadtke: Motivieren können wir unsere Jugendlichen durch unsere ausgezeichneten Trainer. Was glauben Sie denn, wird in anderen Sportarten gemacht, nur mit Wasser gekocht? Überall wo man kratzt, kommt auch etwas zum Vorschein. Denken Sie mal zurück an Turin, die österreichischen Biathleten die nachts abgehauen sind, an gedopten Springpferde, Schwimmer, Leichtathleten, Triathleten... Kein Doping, keine Siege, keine Sponsoren, kein Job. Oder wie sagte Rudi Altig " Ich bin kein Sportler, ich bin Profi" Wobei das Doping nicht freigegeben werden sollte, aber die Guten laufen leider hinterher, wie die Dopingfahnder. Was glauben Sie, passiert zurzeit bei den Sportlern in China im Hinblick auf die Olympiade ?

Gibt es weniger oder mehr Interesse von neuen Mitgliedern nach dieser Tour?

Schmadtke: Die Mitglieder kommen und gehen unabhängig von der Tour.

Haben sich Sponsoren zurückgezogen?

Schmadtke: Da haben alle Sportarten schlechte Karten.

Gibt es noch Vorbilder im Radrennsport?

Schmadtke: Die Vorbilder sind immer noch die Alten. Ein Erik Zabel ist heute noch ein Vorbild. Denn es ist immer noch eine unmenschliche Leistung die Tour zu überstehen. Man kann nicht irgendjemanden von der Straße holen ihm etwas einflößen und dann fährt der wie Gott die Berge hoch. Die Sportler, die dort fahren, sind trainiert bis zur letzten Muskelfaser.

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