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Kein Platz für hohles Pathos

LINDENHORST "Ich bin zurzeit eine Art fahrender Künstler", schmunzelt Fabian Bohnmann, für einige Tage auf Kurzbesuch in seinem Elternhaus in Lindenhorst.

Der junge Maler pendelt gleich durch drei Bundesländer: Niedersachsen, Pfalz und Nordrhein-Westfalen. In Braunschweig, wo er Kunst studiert hat, befindet sich sein Atelier, und in Edenkoben in der "deutschen Toskana" absolviert er (seit August) bis zum Jahresende ein Arbeitsstipendium in einem Herrenhaus, das seit über zehn Jahren Stipendien an Literaten, Komponisten und bildende Künstler vergibt, und in Remagen besuchte er im neuen Hans-Arp-Museum die Eröffnungsausstellung von Johannes Brus, einer seiner drei früheren Professoren, bei dem er sein Studium als Meisterschüler abschloss. Das Museum wird von Prof. Klaus Gallwitz geleitet, der dem jungen Lindenhorster Maler als Juror den Weg in das Herrenhaus am Pfälzer Wald geebnet hat.

Publikums-Meinung

Seine dort entstandenen und noch entstehenden Bilder stellt er im nächsten Monat aus. "Bis dahin habe ich noch einiges zu tun!", versichert der 32-jährige Lindenhorster, der kürzlich mit dem Kulturpreis 2006/2007 der Sparkasse Unna ausgezeichnet wurde. Bereits 2003 erhielt er in Braunschweig den Theodor-Kohl-Preis und 2006 den Sonderpreis der Stadt Gladbeck zum Wilhelm-Zielong-Preis. Und er gehört mit sechs weiteren Künstlern zu den Aspiranten für das Märkische Stipendium für Bildende Kunst 2008. Die Bilder der Teilnehmer werden vom 26. Oktober bis zum 25. November in der städtischen Galerie in Iserlohn gezeigt. Bis zum 6. November haben auch die Besucher die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Ihre Meinung fließt als eine Stimme in die Entscheidung der Jury ein. Bei der Übergabe des Kulturpreises in Unna zeigte sich Peter Friese, Kurator des Neuen Museums Weserburg bei Bremen, von der "Explosion der Farben" begeistert.

Künstlerischer Weg

In der Begründung der Jury hieß es u. a.: "Fabian Bohnmanns Malerei ist in mehrfachem Sinne überraschend. Einmal ist es seine bunte, bisweilen grelle Farbigkeit. Man glaubt sich bisweilen in die Anfangszeit des deutschen Expressionismus zurück versetzt oder zu den Malern der Gruppe Les Fauves (...)". Die Experten lobten weiter "die (bewusste) Hinzuziehung gewisser ironischer Komponenten, Verformungen von Personen und Gegenständen, den Einsatz einer kühnen, bisweilen verzeichneten Perspektive (...)".

Einstimmiges Fazit der Jury: "Fabian Bohnmann beschreitet (...) einen neuen künstlerischen Weg auf dem Terrain des nur anscheinend längst Gedachten, Getexteten und Gemalten. Weil er dabei zu unorthodoxen Mitteln, zu Farben und Formen und Titeln greift, vermag er auf glaubwürdige Weise Malerei als Herausforderung begreifbar, lebbar und legitimierbar zu machen." Tina Selle

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