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Kindsmörderin: Staatsanwalt fordert lebenslänglich

DORTMUND Lebenslänglich oder Freispruch: Unterschiedlicher konnten die Strafanträge für die mutmaßliche Kindermörderin Sabrina L. (28) am gestrigen wohl vorletzten Prozesstag nicht ausfallen. Staatsanwalt Henner Kruse ist davon überzeugt, dass die 28-Jährige ihre drei Kinder Chantal, Pascal und Kevin nur deshalb erstickte, weil sie ihr lästig waren und ihrem Wunsch nach neuen Männer-Beziehungen im Weg standen.

Kindsmörderin: Staatsanwalt fordert lebenslänglich

Lebenslang für Sabrina L.

„Das war reiner Egoismus“, sagte der Ankläger in seinem Plädoyer. Am Ende könne es für die Richter nur eine Entscheidung geben: die Taten als Morde aus niedrigen Beweggründen zu werten und die Angeklagte mit lebenslanger Haft zu bestrafen. Zudem sollten die Richter auch die besondere Schwere der Schuld feststellen. Damit wäre ausgeschlossen, dass Sabrina L. nach 15 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen könnte. Verteidiger Tim Burow forderte dagegen einen Freispruch, weil das Geständnis von Sabrina L. seiner Ansicht nach nicht verwertet werden dürfe. Ein verdeckter Ermittler habe die mutmaßliche Mörderin so sehr unter psychischen Druck gesetzt, dass sie letztendlich Dinge zugab, die sie so nie habe zugeben wollen.

Kleiner aufgeweckter Junge

Zuvor hatte Rechtsanwalt Rolf Michael Quittmann für den emotionalen Höhepunkt des Prozesses gesorgt. Der Jurist, der die Interessen von Kevins Vater vertrat, sprach die Angeklagte in seinem Plädoyer direkt an: „Kevin war ein aufgeweckter kleiner Kerl, aber hatte nie die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dafür war er mit seinen 19 Monaten noch viel zu klein. Wenn Kevin heute hier sein könnte, würde er aber Antworten einfordern. Er würde fragen: Mama, warum hattest du mich nicht lieb? Mama, was habe ich dir getan? Mama, warum hast du mir so wehgetan. Und er würde fragen: Mama, warum durfte ich nicht mehr weiterleben?“ Sabrina L. reagierte auf die Vorhaltungen wie immer in diesem Prozess – gar nicht. Das Gericht will am 13. November das Urteil verkünden.

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