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Klangmagie eines jungen Wilden

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Von den acht "Jungen Wilden" ist Klarinettist Martin Fröst ohne Zweifel der Fantasievollste. Im Mai hatte er sich mit einer Lichtkunst-Performance vorgestellt - am Mittwoch kehrte der 36-jährige Schwede mit romantischer Klarinettenmusik zurück und zeigte, wie fantasievoll man die so oft interpretierten Meilensteine der Klarinetten-Literatur spielen kann. Auch für die vielen Schüler im Publikum wurde romantische Musik dadurch spannend.

Der Samt-Ton ist für viele Klarinettisten das Ziel - Martin Fröst hat einen Seidenton, ist ein Musiker, dessen Atem so mit seinem Instrument verschmelzen kann, dass die Klarinette wie verlängerte Stimmbänder wirkt.

Ein Meister des gefühlvollen, schwärmerischen Spiels ist der Schwede. Das zeigte er in den "Fünf Stücken im Volkston" und den Fantasiestücken von Schumann. Aber auch ein Meister des Virtuosen und Humorvollen (in der Poulenc-Sonate). Im technisch bravourös gespielten Allegro von Chausson blitzte die Lust am Klangdrama auf.

Auf Schumanns Fantasiestücke folgte die 2. Sonate von Brahms, sein letztes Kammermusikwerk, das auch eine Aneinanderreihung von Fantasiestücken ist. Erdigen, dunklen Tönen stellte Fröst hier glühende Klarinettenemphase gegenüber - romantischer geht' kaum.

Sein Partner war der gefragte Klavierbegleiter Itmar Golan. Inspirierend und fordernd spielte er seinen gleichberechtigten Part, in der Brahms-Sonate mit einer fast sinfonischen Begleitung, die trotzdem kammermusikalisch transparent aufgefächert war. JG

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