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Knast: "Es ist viel schlimmer"

DORTMUND Anfang des Monats berichteten wir von einen geheimen Brief über schlechte Haftbedingungen im Dortmunder Gefängnis. Jetzt meldeten sich weitere Insassen: "Es ist alles noch viel schlimmer."

Knast: "Es ist viel schlimmer"

In den Zellen sind die meisten Gefangenen 23 Stunden am Tag eingeschlossen.

Die schlimmsten Vorwürfe - und was die Anstaltsleiterin Reina Blikslager dazu sagt.

1. Essen

Am Montag gibt es Brot für die ganze Woche, das ist am zweiten Tag schon trocken. Fast alle schmeißen es für die Tauben auf den Hof. Dazu gibt es ein Mini-Pöttchen Margarine und Marmelade, dass muss für die ganze Woche als Frühstück reichen. Und wer um 6 Uhr nicht an der Tür steht, um die Ration anzunehmen, bekommt gar nichts. Das Essen am Mittag schmeckt nach nichts, alles ist verkocht. Zweimal die Woche gibt es Suppe. Sie schäumt wie Waschpulver. Fast alle schütten sie in die Toilette, einmal in der Woche gibt es ein Bockwürstchen dazu, darauf freuen sich alle. Die meisten leben von dem, was Verwandte mitbringen. Zum Glück kann man zweimal im Monat einkaufen.

Blikslager: Brot und Margarine werden täglich frisch ausgeteilt. Die Marmelade wird als Wochenration verteilt. Diese wird ausreichend zur Verfügung gestellt. Die Angaben zur Qualität des Mittagessens weise ich entschieden zurück. Es werden täglich Kostproben genommen.

2. Trinken

Morgens gibt es einen halben Liter Muckefuck, der nach dem undefinierbaren roten Gebräu vom Vorabend schmeckt. Das wird als "Tee" (1/2 Liter) bezeichnet. Für eine Woche bekommt man noch zwei Liter Milch, Mineralwasser gibt es nicht. Wer mehr trinken will, muss den Wasserkran nehmen.

Blikslager: Zum Frühstück gibt es Kaffeeersatz, zum Abendessen Tee. Mineralwasser wird in der Tat nicht zur Verfügung gestellt.

3. Hygiene

Die hygienischen Zustände sind katastrophal. Die Waschbecken sind alt und rissig, die Kloschüsseln völlig eklig. Zur Reinigung gibt es einmal in der Woche ein Scheuerpulver, mit dem man auch das Geschirr säubern soll. Für eine Woche gibt es eine Rolle Klopapier, einen Einwegrasierer und zwei Unterhosen. In den Duschen bekommen viele Fußpilz.

Blikslager: Die Gefangenen sind für die Reinigung der Toiletten und Waschbecken in den Hafträumen selbst verantwortlich. Reinigungsmittel werden ausreichend zur Verfügung gestellt. Wenn im Einzelfall eine Toilette "eklig" sein sollte, kann es nur daran liegen, dass der oder die Bewohner nicht geputzt haben. Toilettenpapier sowie Einwegrasierer werden nach Bedarf ausreichend zur Verfügung gestellt. Gefangene erkranken nicht öfter an Fußpilz als Menschen außerhalb des Vollzuges.

Diese Vorwürfe waren nicht die einzigen... >> Weitere Vorwürfe

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