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Krach auf Schienen

Sölde 15.06 Uhr. Erst ist aus der Ferne nur ein leises Surren zu hören. Schnell wird daraus ein lautes Rumpeln, bis sich der Nahverkehrszug am Bahnübergang an der Straße Am Kapellenufer vorbei schiebt.

Ein "Hintergrundgeräusch", das die Anwohner der Gießereistraße, Rosenstraße oder Yasminstraße seit Jahren gewohnt sind. Vier Nahverkehrszüge rollen hier auf der Strecke Dortmund-Soest stündlich vorbei. Am Wochenende sind es weniger. "Diesen Lärm haben die Anwohner mit der Zeit toleriert, aber jetzt scheint die Schmerzgrenze erreicht", sagt Volker MaisFritz Goersmeyer (Foto 1) Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung. Es brodelt in Sölde. Der Grund für den Ärger ist die Zunahme des Güterverkehrs. Der rollt vorzugsweise in den Nachtstunden und am Wochenende nur wenige Meter von den Gärten entfernt vorbei, über die alten Gleise - und lärmt. Und das schon seit einigen Monaten. "Es ist klar, dass die Bahn alles versucht, um ihre Strecken auszulasten", sagt (Foto 2), von den Grünen, "aber dann sollte sie auch für den entsprechenden Lärmschutz sorgen." Muss sie aber nicht, denn "dazu sind wir vom Gesetz her nicht verpflichtet", erklärt Jürgen Kugelmann (Pressestelle der Bahn) auf Nachfrage unserer Zeitung. Zwar stellt der Bund der Deutschen Bahn einhundert Millionen Euro für die Lärmsanierung zur Verfügung, "diese Gelder werden aber meistens nur an den Neubaustrecken verwendet", sagt Goersmeyer.

Also was tun in Sölde? Eine Anfrage an die Stadt, Bund und Bahn soll klären, wie eine Lärmreduzierung für die Anwohner der Bahnstrecke erreicht werden kann. Ob nun Lärmschutzwände oder ein Zuschuss für schallisolierte Fenster, "hier muss etwas geschehen", sagt Volker Mais. Es ist 15.36, der nächste Nahverkehrszug rollt heran. Die Anwohner nehmen's noch gelassen, aber die nächsten Güterzüge kommen bestimmt und dann wird es wieder laut in Sölde. jöb

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