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Kultband der 80er weckte Erinnerungen

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Sie ist eine Symbiose aus Erinnerung an vergangene Zeiten und neuen musikalischen Ufern der Gegenwart - die Kultband Tuxedomoon aus den USA.

Am Sonntag spielte sie ihr einziges Deutschland-Konzert während ihrer "30 Years Jubilee Tour".

Die Dortmunder Supportband "Jean Michel" stimmte mit sphärischen Klängen, melodiösem Elektro-Synthi- Pop und sehr bassbetonten Harmonien auf die schon leicht ins Alter gekommene Avantgarde-Band aus San Francisco ein. Bekannt geworden durch Clubhits wie "No Tears" (1978) und ihre erste LP "Half-Mute" (1980) sind sie Vorbilder mit Kultstatus der Wave-, Elektro-, EBM- Ära der 80er Jahre.

Mit dem, was die 1977 gegründete Band heute auf der Bühne zeigt, hat dieses aber nicht mehr viel zu tun. Das, was Steven Brown, Blaine L. Reininger, Peter Principle, Luc Van Lieshout und George Kakanakis am Sonntag im FZW zeigten und spielten, erinnert an ein musikalisches Kunstwerk von Weltniveau.

Man merkt, dass der Facettenreichtum ihrer Musik neben ihrer klassischen Ausbildung auch an den unzähligen Einzelprojekten liegt. Ein endlos wirkendes Intro, das auch gut in den Soundtrack eines Tarantino-Films passen könnte, eröffnete das Schauspiel.

Trotz einiger früher Rufe nach No Tears blieben die in ihrem Alter jung und dynamisch auftretenden Musiker hart und spielten ihre neuen Stücke zuerst. Dabei kommunizierten sie auch immer wieder auf Deutsch mit dem Publikum - mit vielen Fans aus alten Tagen. Nach den ersten Liedern bekam man den Eindruck, an einer experimentellen Session teilzunehmen, die einen in den Bann zog. Der Wechsel von Steven Brown zwischen Keyboard, Klarinetten und Saxophon beeindruckt ebenso wie sein eindringlicher Gesang.

Dynamische Unordnung, gepaart mit stylistischen Umbrüchen und dann wieder linientreue Melodien - ein Genuss. Souverän auf den Punkt gespielt, verspielte Harmonien, geprägt von einem intensiven Bass, der die Musik trägt. Frontmann Blaine L. Reininger spielte förmlich mit den ca. 200 Besuchern. Egal ob Gitarre, Geige oder Gesang - Perfektion und Verspieltheit in einem. Ein Konzert mit bleibenden Eindrücken. Didi Stahlschmidt

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