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Lachsalven für "Erna"

Huckarde Von der Bausatzkirche zum Selberbauen bis zur Steuerungsgruppe der katholischen Kirche, die die Kirchenstruktur verschlanken will: Der "Baustelle Kirche" hat sich die Kabarettistin Ulrike Böhmer in ihrem neuen Programm angenommen. Und das stellte sie nun beim Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde in Huckarde vor.

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Im ersten Teil des Programms betritt sie als Erna Schabiewsky die Bühne, und ist mit dem Publikum sofort per du: "Kennen wa uns nich?" Im breiten Ruhrpott-Dialekt legt Erna sofort los, frotzelt über ihre katholische Gemeinde in Eving, über die Wechseljahre und über die Männer, ihren Herbert natürlich nicht ausgenommen. "Ich bin ja vonne anderen Fraktion - sind denn auch Katholiken hier?" Und macht mit Freude direkt einen netten jungen Mann im Publikum ausfindig. "Wissen Se, Sie können auch mal zu uns kommen, wir haben ein tolles Programm", und schon schwärmt Erna von der Wanderung in Eving, der Weinprobe mit Kaffee und Kuchen und immer gibt es ein gemütliches Beisammensein im Pfarrheim.

"Dat auf'm Programm keine Jahreszahl steht, ist ganz praktisch", denn das Programm der Gemeinde hat sich in den letzten zwölf Jahren nicht geändert. Warum also neue Broschüren drucken? Geändert hat sich nur der Pfarrer - der neue hat nach der Fusion mehrerer Gemeinden das Problem der geschrumpften Chöre erkannt. "Jetzt singen wa in einer anderen Sprache - dat is Gospell'", erläutert die korpulente Frau Schabiewsky in perfekter englischer Aussprache. Und dann gibt sie den Zuschauern auch gleich eine Kostprobe gibt. Zum Schluss führt Erna die katholische Form des Senioren-Gymnastik, "Pilatus", vor.

Nach der Pause wechselt die Kabarettistin Ulrike Böhmer ihre Rollen im Minutentakt. Mal spielt sie einen Pfarrer, der aus einer Laune heraus anhand von kleinen Spielfiguren zwölf Gemeinden zu einer Großgemeinde fusioniert.

Dann ist sie die Baubeauftragte der katholischen Kirche, die zusammen mit einem Architekten eine Bausatzkirche entwickelt hat, ohne Fenster und Türen - "damit kein frischer Wind durch die Kirche weht." Mit immer neuen Spitzen nimmt Ulrike Böhmer die Zustände in der Kirche aufs Korn.

Der zweite Teil des Programms ist übrigens bedeutend kürzer als der erste. Mit gutem Grund: "Bei den Protestanten kann man nicht alles bringen, sonst fallen sie noch vom Glauben ab." Und damit wäre die Ökumene wohl vollends dahin. "Dann denken die sich noch, bleiben wa lieber keine Kirche." nav

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