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Lebendiger Dialog zwischen Bläsern und Pianisten

Kammermusik der Wiener Klassik

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Wischlingen Zu einem künstlerischen Vergleich auf höchstem Niveau kam es am vergangenen Sonntag in der Kapelle Wischlingen: Das Xylon-Quintett stellte Kammermusik der Wiener Klassik von Beethoven und Mozart gegenüber. Zwei große Künstlerpersönlichkeiten gestalteten dasselbe Sujet: Beethoven nahm sich für sein Bläserquartett mit Klavier op. 16 von 1797 das 13 Jahre ältere, gleich besetzte Es-Dur-Quintett von Mozart zum Vorbild. Ursprünglich als reine höfische Unterhaltungsmusik entstanden, entwickelte die Kammermusik am Ende des 18. Jahrhunderts ihren sinfonischen, höherwertigen Kunstanspruch. Für die Musiker eine doppelte Herausforderung: Zusätzlich zur Wiedergabe der unterschiedlichen Handschriften erfordert jedes Werk auch in sich den harmonisch ausgewogenen, inhaltlich spannungsreichen Kontrast zwischen Klavier und Blasinstrumenten. Zunächst stand Pianist Karl-Heinz Stegmann im Vordergrund, der den konzertanten ersten Satz Beethovens dominierte. Da-Yong Zhang (Oboe), Michael Winkhaus (Klarinette), Akiko Hiroi (Horn) und Reinhard Schlösser (Fagott) gestalteten den melodischen Kontrast, wobei die einzelnen Stimmen von ihrer kompositorischen Eigenständigkeit profitierten. Bei Mozarts Quintett verstanden es die Musiker in besonderem Maße, die anmutige Faktur und die melodische Schönheit des Arrangements hervorzuheben. Die feierliche Einleitung des Klaviers beantworteten die Bläser mit klarem, spielerischem Ton, bevor sich im zweiten Thema zwischen beiden Gruppen ein lebendiger Dialog entzündete. Dann das Larghetto: Das Programmheft, begrüßenswert ausführlich und informativ, wies zu Recht auf den «frühromantischen Klangreiz» und den «Reichtum der Gedanken» hin. Stegmann nutzte das größere Klangvolumen des Harmonieinstruments, die Bläser setzten mit präzisem Zusammenspiel ein farbenreiches Gegengewicht. Feinsinnig, variabel und in sich ausgewogen erhob sich der Gesamtklang und ließ Musiker und etwa 30 Zuhörer im kleinen Kapellenraum noch näher zusammenrücken. tag

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