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Lied der Deutschen ruht in Dortmund

DORTMUND Wenn in diesen Tagen im Berliner Reichstag der deutschen Wiedervereinigung gedacht wird, haben die Abgeordneten eines der Symbole des Nationalstaats immer vor Augen: Seit dem vergangenen Jahr ist die Original-Abschrift des Deutschland-Liedes in einer Dauerpräsentation zu sehen - dank Dortmunder Hilfe.

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Lied der Deutschen ruht in Dortmund

Mit "Samthandschuhen" fasst Jens Andre Pfeiffer die wertvollen Originale des Deutschland-Liedes in der Handschrift von Hoffmann von Fallersleben (r.) und andere Schätze wie ein Porträt des Dichters und den Erstdruck des Lieds der Deutschen an.

Denn die Vorlage für das Faksimile lieferte die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund. Deren Handschriftenabteilung ist neben der Staatsbibliothek in Berlin im Besitz der einzigen Original-Abschriften des Liedes der Deutschen, verfasst am 26. August von Hoffmann von Fallersleben.

Schon 1841 träumte von Fallersleben von der vor 17 Jahren wieder vollzogenen deutschen Einheit. Und brachte im Exil auf Helgoland die wohl bekannten Zeilen aufs Papier. Jenes Papier, das jetzt Jens André Pfeiffer vorsichtig mit weißen Handschuhen festhält. Schließlich ist die Original-Handschrift des dreistrophigen Deutschlandliedes ein ganz besonderer Schatz. „Es gibt noch zwei Exemplare der Original-Abschrift: eines in der Staatsbibliothek in Berlin, das aber nur noch schlecht lesbar ist, und eines bei uns“, erzählt der Leiter der Handschriften-Abteilung der Stadt- und Landesbibliothek.

Für 950 Reichsmark gekauft

Das Deutschland-Lied aus der Feder des Dichters persönlich, versehen mit Monogramm und dem historischen Datum „26. Aug. 1841“, ist eines von vielen wertvollen Stücken aus den von Pfeiffer gehüteten historischen Beständen. Der frühere Bibliotheks-Direktor Dr. Erich Schulz hatte vor gut 100 Jahren den Grundstock der Handschriften-Abteilung angelegt, in die auch der Nachlass von Hoffmann von Fallersleben eingegliedert wurde. „Das Blatt mit dem Deutschlandlied wurde 1927 dazu gekauft – für 950 Reichsmark“, erzählt Pfeifer. „Heute ist es ohne Zweifel eines unserer wertvollsten Stücke – auch wenn man den wirklichen Wert eigentlich gar nicht mehr beziffern kann.“

Entsprechend gut geschützt – sowohl klima- wie sicherheitstechnisch – wird die Seite mit der Dichter-Handschrift denn auch neben vielen anderen Originalen großer Dichter und Denker im Magazin der Stadt- und Landesbibliothek am Königswall verwahrt. „Gerade beim Deutschlandlied bekommen wir oft Anfragen für Ausstellungen“, berichtet Jens André Pfeiffer. Doch man ist mit der Herausgabe natürlich vorsichtig. Auch der Berliner Reichstag bekam deshalb für eine von Bundestagspräsident Norbert Lammert initiierte Dauerpräsentation im vergangenen Jahr „nur“ ein Faksimile der von Fallersleben-Handschrift. Der Originaltext der Nationalhymne ruht auch am Tag der deutschen Einheit sicher im tiefen Keller der Dortmunder Bibliothek

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