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"Macht Spaß zu integrieren"

Das "Gelaber" über Jugendliche, die nicht ausbildungsfähig sind, kann Mathias Kaiser nicht mehr hören. "Es ist Aufgabe des Betriebs, für die Ausbildungsfähigkeit zu sorgen." Kaiser labert nicht, er tut was. So gibt er grundsätzlich jungen Leuten mit Haupt- oder Realschulabschluss eine Chance, die obendrein noch Migrationshintergrund haben. Das Ingenieurbüro M. Kaiser mit neun Mitarbeitern und drei Azubis stellt 10% der Lehrstellen bei den Bauzeichnern. Belohnung: der Dortmunder Ausbildungspreis.

Aus Sri Lanka, Kasachstan und Polen kommen die Azubis, die zurzeit zu Bauzeichnern ausgebildet werden. "Man muss den Leuten doch eine Perspektive geben", meint Kaiser, auf dessen Tisch zu gut 90 % Bewerbungen von Abiturienten landen. "Aber die haben alle Möglichkeiten, warum soll man denen noch einen Ausbildungsplatz hinterherwerfen?"

Kein gutes Haar lässt er an den Ausbildungsverordnungen: "Die sind völlig überfrachtet mit Mist, der mit der Berufswirklichkeit nichts zu tun hat." Und wenn ein Azubi Schwächen habe, müsse der Ausbilder ihm helfen, sie zu beheben. So wird die Sri Lankerin in einen Deutschkursus geschickt.

Einem jungen Mann mit türkischen Wurzeln und schon etwas aus der Bahn geworfen, der sich als Bauzeichner bewarb, bot Kaiser ein Jahrespraktikum an. "Der hatte Fachabi, war für eine Lehre überqualifiziert." Dank Praktikum hatte er die Chance, sich für ein Studium zu qualifizieren. Montag hat er sich an der FH eingeschrieben. Kaiser: "Es macht Spaß, die jungen Leute zu integrieren." kiwi

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