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Mieter-Sorgen am Tag des Wohnens

Der Lack ist ab am Hannibal. Das ist nicht zu übersehen, wenn man vor dem Gebäudekoloss am Vogelpothsweg in Dorstfeld steht - angesichts aufgeplatzter Decken und Wände. Nicht der einzige Grund, für den Mieterverein und andere Mieterinitiativen aus dem Ruhrgebiet hier anlässlich des Welt-Habitat-Tages der UNO, dem Internationalen Tag des Wohnens, gegen die Privatisierung von Wohnraum zu demonstrieren.

Denn der Hannibal ist auch ein Paradebeispiel für eine offensichtlich misslungene Privatisierung. Der Hochhaus-Komplex wurde von der Dogewo bekanntlich an einen Dorstener Privatinvestor verkauft, steht jetzt aber unter Zwangsverwaltung. Über einen möglichen neuen Besitzer besteht weiterhin Unklarheit (wir berichteten). "Wir hängen so ein bisschen in der Luft", schilderte Martin Illert, der seit gut zehn Jahren im Hannibal wohnt, gestern die Lage der Bewohner. "Die Zwangsverwaltung ist aber von allen Zuständen der letzten Zeit noch der beste." Seine Kritik richtete sich nicht zuletzt an die Dogewo. Mit dem Verkauf habe sich die Stadtwerke-Tochter nicht wie ein verantwortungsvolles Wohnungsunternehmen verhalten, meint Illert.

Ähnliche Sorgen machen sich auch die Mieter und Beschäftigten der vom Verkauf bedrohten Ruhr-Lippe und LEG, die gestern in Dorstfeld ebenfalls zu Wort kamen. "Die Erfahrung zeigt: Wenn sich die öffentliche Hand zurückzieht, wird es schlechter für die Mieter", schilderte der Mietervereins-Vorstandssprecher Helmut Lierhauss seine Erfahrungen mit der Privatisierung von Siedlungen und einst öffentlichen Unternehmen. Zur Sprache kamen am Welt-Habitat-Tag am Hannibal aber auch die noch ärgeren Probleme in anderen Teilen der Welt. Die Vertreterin einer Menschenrechtsorganisation aus Nigeria schilderte eindrucksvoll, wie die Menschen in Afrika aus ihren Häusern vertrieben werden und auf der Straße landen. Die Botschaft des Tages war klar: Wohnen ist ein Menschenrecht. Oli

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