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Mit Steakmesser Passanten verletzt

DORTMUND Auf den ersten Blick scheint es einfach nur unwirklich zu sein. Diese kleine, zierliche Frau mit den kinnlangen blonden Haaren soll eine Gefährdung für die Allgemeinheit sein?

Im mintgrünen Pullover, einen rosa Mantel geschultert, betrat die 28-jährige Dortmunderin gestern das Schwurgericht. Begleitet von einem Wachtmeister, mit Handschellen gefesselt. Schüchtern schaute sie sich um, nahm auf der Anklagebank Platz und verschwand beinahe in dem großen Stuhl. Hier, in Saal 130, wird in den nächsten Wochen über ihr Schicksal entschieden.

Bei Gerangel Leberstich erlitten

Am Ostersonntag, dem 8. April dieses Jahres, lief die junge Frau in den frühen Morgenstunden auf dem Fußweg zur S-Bahn-Haltestelle Germaniastraße in Marten Amok. Mit einem Steakmesser bewaffnet attackierte sie willkürlich und völlig ohne Grund zwei Passanten und verletzte sie leicht am Oberkörper. Erst ein 23-jähriger Mann konnte ihr das Messer entreißen. Dabei erlitt sie selbst einen Leberstich und musste notoperiert werden. Eine Beziehungstat wurde schnell ausgeschlossen. Die Opfer waren ihr nicht bekannt.

Ein Psychiater stellte schon damals fest, dass die 28-Jährige an einem paranoid-depressiven Syndrom leidet. Sie fühlt sich verfolgt. Vor dem Gesetz ist die Beschuldigte wegen ihrer psychischen Erkrankung deshalb als schuldunfähig einzustufen, und das Dortmunder Schwurgericht hat nicht mehr über eine Bestrafung im klassischen Sinne (Haftstrafe) zu entscheiden.

28-Jährige will aussagen

Vielmehr geht es in dem Sicherungsverfahren darum, ob die 28-Jährige auf unbestimmte Zeit in eine Psychiatrie eingewiesen werden muss. Derzeit sitzt die Angeklagte schon im Westfälischen Zentrum für forensische Psychiatrie in Lippstadt-Eickelborn. Zur Tat und dem Vorwurf des versuchten Totschlags wollte sich die Dortmunderin gestern noch nicht äußern. Sie kündigte aber an, am nächsten Verhandlungstag (22. Oktober) auszusagen.

 

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