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Mit der Sammeldose auf die Straße

Aplerbeck Offener sind sie geworden. Verständnisvoller für fremde Lebenssituationen. Und ganz sicher sind 45 zukünftige Krankenpfleger der LWL-Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe nun noch besser auf ihren Beruf vorbereitet.

Denn in den letzten beiden Wochen beschäftigten sich die Teilnehmer zweier Krankenpflegekurse mit dem Thema "Obdachlose in Dortmund." Seit Dienstag ist die Ausstellung, die dabei entstanden ist, im Sozialzentrum der LWL-Klinik zu sehen. Die Schaubilder, Fotos, Installationen und Filme sind in einer ganz bestimmten Reihenfolge angeordnet. Zuerst stößt der Besucher der multimedialen Ausstellung auf gängige Bilder: Zerknüllte Zeitungen, zerschlissene Kleidung. Die weiteren Gegenstände spiegeln die Arbeitsweise der Schüler wider. Einige konzentrierten sich auf obdachlose Männer, andere auf Frauen oder Kinder.

Angst vor Strafen

"Alle Gruppen haben Einrichtungen in ganz Dortmund besucht, wo Obdachlose übernachten können oder medizinisch versorgt werden", sagt Pflegeschülerin Ilona Roszkowski. "Dort haben wir sowohl mit Mitarbeitern als auch mit Obdachlosen selbst gesprochen und kleine Filme gedreht." Wichtige Anlaufpunkte der Gruppen waren etwa Diakonie, Notschlafstelle, Caritas Kleiderkammer, Dortmunder Tafel oder das Jugendamt. "Die Hilfsangebote für Dortmund sind recht gut", sagt Nicole Liedschulte von der LWL-Akademie, die das Projekt leitet. Von den Besuchen und Gesprächen brachten die Pflegeschüler zwischen 17 und 38 Jahren ganz neue Eindrücke mit.

"Die Frau, mit der wir uns bei einer Beratungsstelle unterhalten haben, hat viel aus ihrem Leben erzählt", berichtet Marit Möbus. "Bei Kindern ist es schwieriger", ergänzt Daniel Kasel. "Sie haben oft Angst vor Strafen, etwa wenn sie nicht zur Schule gehen." Ein Eindruck, der besonders bei der "Männergruppe" entstand: "Es gibt nicht nur diejenigen, die eine schwere Kindheit hatten und zuhause rausgeflogen sind.

Einfach wegsehen

Zwei unserer Interviewpartner haben etwa einen Hochschulabschluss", erzählt Christian Pilny. Ganz besondere Erfahrungen machten auch zwei Arbeitsgruppen, die selbst als Obdachlose verkleidet auf die Straße gingen, einmal als Gitarrenspieler und einmal mit der Sammeldose. Daniel Kasel: "Viele Leute haben einfach weggesehen." cu

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