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Selbstständiges Wohnen für Behinderte in Dortmund

Moderne Technik soll Behinderten das Leben erleichtern

Dortmund Der LWL plant zwei Appartementhäuser für selbstständiges Wohnen für Menschen mit Behinderung in Dortmund. Dabei wird auf innovative Technik und Nachbarschaft gesetzt.

Moderne Technik soll Behinderten das Leben erleichtern

Marc Szymkowiak sitzt im Rollstuhl. Er ist im Alltag auf Hilfe angewiesen. Er ist Bewohner eines Appartementhauses für behinderte Menschen in Bochum. Foto: Mona Westholt

Die eigene Haustür ohne Hilfe zu öffnen oder selbstständig online ein Geschenk für einen Freund zu kaufen, ist für viele Menschen eine alltägliche Selbstverständlichkeit. Nicht aber für Marc Szymkowiak, Bewohner eines Appartementhauses für behinderte Menschen in Bochum.

Mit einem Holzstab im Mund betätigt er eine der vielen Fernbedienungen, die auf der Ablage seines Rollstuhls liegen. Die Tür öffnet sich dann automatisch. Szymkowiak lebt alleine in einer Mietwohnung, die mit individuell angepasster Technik ausgestattet ist, um ihn beim selbstständigen Wohnen zu unterstützen.

Bislang gibt es nur Behindertenwohnheime

Für Menschen mit Behinderung in Dortmund heißt die Alternative zum Wohnen im Elternhaus bisher Behindertenwohnheim. Doch das soll sich jetzt ändern. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will Menschen mit geistiger und komplexer Behinderungen durch moderne Technik und Förderung bei der Nachbarschaft dabei helfen, in der eigenen Wohnung zu leben.

Mit zehn Millionen Euro fördert das Programm „Selbstständiges Wohnen“ 15 solcher Wohnprojekte in Westfalen-Lippe. Zwei davon sollen in Dortmund realisiert werden.

Die Lebenshilfe Dortmund plant ein Wohnprojekt mit bis zu 14 Wohneinheiten mit Einzelappartements und kleinen Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen mit mehrfachen Behinderungen.

Wo das Gebäude entstehen soll, ist noch unklar. Die Elterninitiative „Wohnen im Ort“ will in Hombruch elf Appartements und eine Wohngemeinschaft für 15 Kinder mit verschiedenen Behinderungen realisieren.

Innovative Technik unterstützt die Bewohner

„Gerade Menschen, die besonders viel Unterstützung im Alltag brauchen, sollen mit unserem Programm neue Chancen auf eine eigene Wohnung bekommen“, sagt LWL-Direktor Matthias Löb. Die barrierefreien Gebäude sollen mit individuellen Technikkonzepten ausgestattet werden.

So soll es neben extra breiten Gängen, schwellenfreien Türen und großräumigen Aufzügen auch Assistenzsysteme geben. Diese helfen den Bewohnern beispielsweise beim Türöffnen, Telefonieren oder beim Bedienen der Haustechnik.

Neben der innovativen Technik soll es auch eine Unterstützung durch Betreuer geben. „Ich möchte erst mal meine Ruhe haben, wenn ich nach Hause komme“, so Szymkowiak „bevor ich Hilfe von Betreuern anfordere.“

Die sollen 24/7 für Hilfeleistungen zur Verfügung stehen. Außerdem sollen sogenannte Quartiersmanager die aktive Einbringung der Bewohner in die Nachbarschaft herbeiführen.

Der Wohnungsmarkt sei ein Engpass für die Inklusion, so Löb. Er hofft, dass die ausgewählten Projekte Modellcharakter haben und andere dazu anregen, sich im Wohnungsbau für Menschen mit Behinderung zu engagieren.

Der LWL plant rund 200 Wohnungen in ganz Westfalen-Lippe.

Die Fertigstellung dauert etwa fünf Jahre.

Die Mieter werden durch Technik, Nachbarschaft und Betreuer unterstützt.

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