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Musik mit Witz und Satire gewürzt

Die Konzerte des Studentenorchesters Dortmund haben immer einen besonderen Reiz. Heben sie sich doch von den sonst üblichen Orchesterkonzerten erheblich ab, so auch die Semesterabschlusskonzerte am Donnerstag und Freitag im Audimax der Uni.

Da ist zum einen das Programmheft, in dem auch der Musikkenner Schilderungen findet, die man sonst vergeblich sucht. Anekdoten, die das Publikum zum Schmunzeln bringen, die würzen, aber auch vom Kern ablenken. Das ist das, was Raffinesse ausmacht: die Abkehr vom Alltäglichen, die Herausstellung des Einzigartigen: Riss am Donnerstag dem Solisten eine Saite, wurde dies am Freitag zum Gaudium in der Konzerteinführung.

Das Motto des alten Studentenliedes "Lasst uns also fröhlich sein (Gaudeamus igitur)" wurde unter dem Dirigat von Holger Ellwanger - der das Orchester seit seiner Gründung 1994 leitet - auf die Musik übertragen. Mittlerweile in einer Art und Weise, die der inneren Struktur der Werke verpflichtet ist: Johannes Brahms Violinkonzert ist äußerst tiefsinnig, was im Klang auch Berücksichtigung fand. An erster Stelle stand jedoch immer noch der oberflächliche - oder doch der im Tiefsinnigen verborgene - musikalische Witz, Verkettungen musikalischer Strukturen, die oftmals untergehen und nun stringent und präzise ans Licht gebracht wurden.

Ebenso eloquent wie das Orchester die Partitur wiedergab, zeigte sich auch Solist Fabian Kirchner, der mit bravourösen Doppelgriffen mit dem Orchester ein Zwiegespräch einging, das das Werk leicht, hell und farbenfroh erscheinen ließ.

In ähnlicher Manier dargeboten Sergej Rachmaninoffs "Symphonische Tänze": auch hier sichtbar Ellwangers Liebe zur - fast möchte man sagen - musikalischen Satire. Effekte werden bis ins Extreme gesteigert, Nuancen ausgekostet und affektreich Farbschattierungen, Rhythmen und Melodiebögen gegenübergestellt. EG

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