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Puppen und Teddys aus Dorstfeld

Nach 40 Jahren schließt die Puppenstube

Dorstfeld Ruth Rodewald führt seit vier Jahrzehnten ihr Geschäft mit dem Namen Puppenstube in Dorstfeld. Doch damit wird schon bald Schluss sein.

Nach 40 Jahren schließt die Puppenstube

Ruth Rodewald betreibt seit 1978 die Puppenstube. Hier bietet sie Kurse an, in denen Teilnehmer lernen, Puppen herzustellen. Auch Teddybären repariert sie hier. Nun schließt sie ihr Geschäft. Foto: Michael Nickel

Lange dauert es nicht mehr, dann wird Ruth Rodewald ihr Geschäft das letzte Mal abschließen. Der Mai im Jahr 2018 ist der Schlusspunkt, nachdem sie auf den Monat genau 40 Jahre zuvor die „Puppenstube“ ins Leben gerufen hat.

Aus dem Hobby ist der Beruf geworden

Viele, viele handgemachte Puppen und Teddybären hat sie in diesen vier Jahrzehnten erschaffen, gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Kursleiterinnen. Viele Menschen hat sie damit glücklich gemacht.

„Aus meinem Hobby ist mein Beruf geworden“, sagt Ruth Rodewald. In ihrer Ausbildung zur Ergotherapeutin spielte Handwerk eine große Rolle, das Anfertigen von Puppen hatte ihr schon als Kind Spaß gemacht. Also arbeitete sie und bastelte nebenbei.

Mit Kursen hat alles angefangen

Als dann ihre Kinder zur Welt kamen, wollte sie nah bei ihnen sein. So gründete sie im Mai 1978 die Puppenstube und machte die Puppen und Teddybären zu ihrem Hauptberuf. „Ich habe meinen eigentlichen Beruf sehr geliebt, als die Kinder kamen, habe ich etwas gesucht, was ich gut kann“. Und das war Nähen und kreativ sein.

Nach 40 Jahren schließt die Puppenstube

Wolle, Wolle und nochmal Wolle liegt verstaut in den Regalen der Puppenstube. Foto: Michael Nickel

Zunächst bot sie auch Kurse in Gemeinden und Bildungsstätten an. „Ich habe Plakate aufgehängt mit Fotos von Puppen. Die Kurse haben sich schnell gefüllt“, sagt sie. 20 Jahre lang war die 77-Jährige auch in Schulen und Kindergärten unterwegs. „Heute gebe ich dort keine Kurse mehr.“

Die Regale sind voll mit Stoffen

Kurse gibt es heute aber noch in ihrem eigenen Geschäft, im Keller ihres Wohnhauses an der Oberbank in Dorstfeld. Hier hat sie mit Hilfe ihres Mannes vor 35 Jahren alles für ihre Puppenstube eingerichtet.

Rechts vom kurzen Flur das Lager, links der Verkaufsraum, dahinter der Kursraum. Die Tische im Lager sind voll mit selbst gestalteten Schnittmustern, die wandhohen Regale sind voll mit Stoffrollen, die sich in Puppen, Teddys und Stofftiere verwandeln.

Ein Paradies für Puppenfans

Allein in den Räumen ihres Geschäftes stehen und sitzen dutzende Puppen und Teddys in den Regalen, dazwischen weitere Stoffe, Unmengen an Wolle, kleine Accessoires und winzige Kleider auf Bügeln.

Es ist ein Paradies für all jene, die Puppen lieben. Und eine Möglichkeit für Kinder und Erwachsene, ihre geliebten, in die Jahre gekommenen und zerschlissenen Lieblinge aus Stoff zu retten.

Letzte Chance für kaputte Teddybären

„Die Kinder können mitunter nicht schlafen, wenn sie ihre Puppe oder ihren Teddy nicht haben“, sagt Ruth Rodewald. „Wir sagen ihnen dann immer, dass die Puppe krank ist und ins Krankenhaus muss.“

Nach 40 Jahren schließt die Puppenstube

„Hund Lumpi“ heißt eines der zahlreichen Schnittmuster im Lager der Puppenstube. Foto: Michael Nickel

Ruth Rodewald freute sich auf jeden Tag im Laden. „Ich bin immer mit Herzblut dabei“, sagt sie. „Ich habe dabei nie alleine gearbeitet, sondern hatte immer tolle Mitarbeiterinnen, denen ich sehr dankbar bin.“

Erst kamen sie als Mütter, dann als Omas

Das Schönste, sagt sie, sei es, die Entwicklung bei ihren Kundinnen mitzuerleben, Jahr für Jahr. „Mütter sind zu mir gekommen, um für ihre Kinder Puppen zu kaufen oder zu nähen. Jetzt kommen die selben Frauen als Großmütter zu mir, um das für ihre Enkel zu tun.“

Jetzt also wird Ruth Rodewald ihre Puppenstube schrittweise auflösen. „Ich hänge sehr an dem Laden, aber ich gebe ihn aus Altersgründen auf.“ Seit rund einem Jahr stehe ihr Entschluss fest.

Großes Fest zum 40. Geburtstag steht an

Am 18. Mai (Freitag) soll das 40-jährige Bestehen gefeiert werden. Für die Zeit danach sucht Ruth Rodewald noch eine Nachfolgerin, die Materialien, Modelle und Schnitte übernehmen möchte.

Bis dahin sollen Versand, Kurse und der Lagerverkauf weitergehen. Ein abruptes Ende wird es nach 40 Jahren immerhin nicht geben.

Am 9. und 10. März (Freitag und Samstag) hat die Puppenstube, Oberbank 13, Tage der offenen Tür.

An diesen beiden Tagen verkauft Ruth Rodewald ihre Bestände mit vielen. Freitag läuft der Verkauf von 10 bis 18 Uhr, am Samstag von 10 bis 16 Uhr.

Weitere Informationen gibt es unter www.puppenstube-rodewald.de

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