Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nach dem Tod bleibt nur eine Urne mit Asche

Ärzte-Präsident plädiert für Organ-Spenden

Der Widerspruch könnte größer nicht sein: Nach ihrem Tod lassen sich inzwischen 65 Prozent der Deutschen verbrennen (statt eines «unversehrten Körpers» kommt also nur Asche in die Erde). Aber gerade einmal zwölf Prozent der Bundesbürger haben eine Organspendeausweis. Die niedergelassenen Ärzte gehen mit besserem, jedoch nicht gutem Beispiel voran: Knapp 70 Prozent sollen im Besitz des wichtigen Spendeausweises sein. Noch ein Widerspruch: 81 Prozent sind laut Umfragen bereit, nach ihrem Ablehnen Organe zu spenden. Warum aber besorgen sich nur dann derart wenige das scheckkartengroße Dokument, das überall bereit liegt, in Praxen, Krankenhäusern, Apotheken, Gesundheitsämtern? Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst (Foto), bohrt noch einmal nach: «65 Prozent der Menschen werden verbrannt. Da kann man argumentieren: Die Organe gehen in Rauch auf und sind verloren.» Am 2. Juni ist wieder «Tag der Organspende», seit 25 Jahren, und Deutschland ist noch immer Entwicklungsland, bleibt Importland für Organe, solange sich die Rechtssprechung nicht ändert. Dr. Windhorst plädiert für ein Gesetz, das es längst in Ländern wie Spanien oder Österreich gibt, «aber mit einem deutlichen Vetorecht für Angehörige»: Wer nicht zu Lebzeiten der Entnahme widerspricht, dem können nach seinem Ableben Organe entnommen werden. Der Ärzte-Präsident: «Es darf nicht sein, dass immer noch jährlich 1000 Menschen auf der Warteliste für eine lebenserhaltende Transplantation sterben. Das sind drei verlorene Menschenleben am Tag.» 2006 konnte die Anzahl der Organspenden in Nordrhein-Westfalen mit 216 durchgeführten Verpflanzungen gegenüber 2005 um 10,2 Prozent gesteigert werden. Dies ist zwar das beste Ergebnis seit 1999, dennoch liegt NRW bei der Zahl der Transplantationen deutlich unter dem deutschen Durchschnitt. Windhorst sieht auch die Krankenhäuser in der Pflicht, die Zahl der Organspender zu erhöhen und potenzielle Spender an die Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO) zu melden. Von 339 Krankenhäusern mit Intensivstationen engagierten sich nur 152 aktiv in der Organspende. bö

Anzeige
Anzeige