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Nacht voller Seligkeit

Hörde Als Solistin war Beate Rademacher schon häufig im Cabaret Queue zu Gast.

Am Samstag kam sie mit dem Karsten Vorwerk Trio zurück in die Hörder Kleinkunstbühne, aber der Funke wollte in dieser "Nacht voller Seligkeit" nicht so recht überspringen. Und das lag nicht nur daran, dass der Saal nur mäßig gefüllt war.

Geborene Kabarettisten sind die drei Mitglieder der Band nicht. Die Kalauer zwischen den Chansons, Schlagern und Operettenhits der 1920er bis 50er Jahre waren nicht immer von der gleichen Qualität wie die Bossa- und Samba-Einlagen des Trios, das aus guten Jazzmusikern besteht. Gelungener war die Comedy, wenn sie direkten Bezug zur Musik hatte, wie im Lied über die Amalie, die mit einem Gummikavalier ins Bad geht. Mit Duschhaube und dicker Hornbrille sang die verwandlungsfähige Chansonette diesen Schlager.

Mut zum Kostüm

Mut zum Kostüm zeigte sie auch als Diva im Kleid, das viel aufregender war als die Kabaretteinlagen. So schnell wie das Wetter im April wechselte die vielseitige Sängerin Stimmungen und Tonlagen- "Je t'aime" flötete sie mit hoher Sopranstimme in Richtung Gigolo Karsten Vorwerk an Klavier, Akkordeon und Clarina. Und schickte mit rauchiger Stimme ein "Goodbye Johnny" hinterher.

In Jazzstandards wie "Night and day" assistierte der Chansonette Karsten Vorwerk auch mit seiner Stimme und gab sich gefühlvoll-lasziv dem "Fever" hin. Erotische Stimmung verbreitete die Diva furiosa in den Chansons, "wenn es Nacht wird in Paris". Dass Beate Rademacher eine ausgebildete Gesangsstimme hat, hörte man in den Operetten-Hits. "Meine Lippen, sie küssen so heiß", versprach sie als Giuditta von Lehàr und schwelgte romantisch in "Einer Nacht voller Seligkeit", die man ein bisschen mehr Pep und augenzwinkernden Charme gewünscht hätte.

Lieber frecher

Etwas mehr Mut zu noch mehr Frivolem und Frechem, dafür weniger Gags, die zu einstudiert wirkten, hätte diesem Abend gut getan. JG

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