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Neue Betreuer gesucht

Es kann jeden treffen, jederzeit: Ein Unfall passiert, eine Krankheit bricht aus - und plötzlich ist man selbst nicht mehr Herr der Lage. Dann braucht man jemanden, der die rechtlichen Angelegenheiten regelt.

Doch wer? Um diese Frage geht es beim zweiten Informationstag für alle Bürger, veranstaltet von den Dortmunder Betreuungsvereinen, die das noch wenig bekannte Modell der ehrenamtlichen Betreuer vorstellen wollen.

"Wenn mir was passiert, wird mein Partner das schon machen" - das sei falsch, warnt Elisabeth Ewerth von der Info-Stelle für ehrenamtliche Betreuer "BISS".

Denn: Ist im Fall der Fälle kein Betreuer eingesetzt, sucht das Amtsgericht nach geeigneten Personen zwar zunächst im engsten Umkreis des Betroffenen. "Etwa 75 Prozent der Betreuer kommen aus der Familie", weiß Birgit Unger vom Sozialausschuss.

Das sei auch gut so, doch der Aufwand werde meist unterschätzt: "Die sind oft überrascht über Umfang und Verantwortung der Aufgabe", so Unger. Dem Amtsgericht gegenüber bestehe zum Beispiel Rechnungspflicht, das könne schnell viel Arbeit werden.

Insgesamt ist die Entwicklung gegenläufig: Die Betreuer werden weniger, die Risikogruppe der Älteren nimmt zu. "Über 26 Prozent der Dortmunder sind über 60", begründet Unger den steigenden Bedarf an Ehrenamtlichen, "das kann man nicht mit finanziertem Personal ausgleichen."

Bitte nicht verwechseln: Ein Betreuer ist kein Vormund. "Die Bereiche, die betreut werden, sind bei jedem anders und müssen individuell abgestimmt werden", versichert Dr. Udo Lepper vom Gesundheitsamt. "Außerdem haben die Betreuten immer Mitspracherecht. Betreuer bieten das größtmögliche Maß, den eigenen Willen durchzusetzen."

Ob Hilfe im häuslichen Bereich, bei Wohnungsangelegenheiten oder Finanzen - "Betreuer und Betroffene arbeiten immer miteinander", erklärt Ewerth das Prinzip.

Bleibt die Frage: Wann soll man sich darum kümmern?

Unger stellt klar: "Früh genug. Und das ist heute." tag

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