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Noch viel Luft im neuen Fahrradkäfig

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Jon Erik (10, Foto) zieht den schwarzen Transponder, groß wie ein Lippenstift, aus der Tasche und hält ihn an das quadratische Sensorfeld neben der Gittertür. Das Schloss surrt. Der Fünftklässler zieht die Tür auf, tritt ein und hebt sein Fahrrad aus der Schiene: "Ich glaube schon: Das ist sicherer als vorher."

Gegen ein Pfand von 20 kann jeder Schüler ohne weitere Kosten einen Transponder beantragen. Die codierten Funkfinger geben Auskunft darüber, wer wann die Türen geöffnet hat, und sind je einem der 120 Stellplätze zugeordnet. Die Stellschienen, auch in der oberen Reihe einigermaßen komfortabel zu bedienen, besitzen Bügel zur geeigneten Befestigung mit dem Fahrradschloss.

So überzeugt wie Jon Erik sind nicht alle Schüler. Zehn Räder ließen am gestrigen Montag noch viel Luft in dem großen, schmucklosen Käfig. Hässlich sei das Gittermonstrum, außerdem koste der umständliche Schließ- und Stellvorgang gerade am frühen Morgen kostbare Minuten, sagen einige. Sicherer als vorher, sagen die anderen.

Am vergangenen Donnerstag wurde die politisch wegen der hohen Kosten umstrittene Anlage eröffnet. Das Sekretariat verzeichnet bisher 30 Nutzungs-Anträge. "Es gab hier einige Diebstähle. Wenn die Schüler merken, dass die Räder dort sicherer sind, wird die Akzeptanz steigen", prophezeit Schulleiter Dr. Bernd Hamann.

Über 80 000 hat das Pilotprojekt gekostet, das bald auch von der Wilhelm-Röntgen-Realschule mitgenutzt werden soll. Dafür entstünden keine weiteren Kosten, argumentiert Grünen-Bezirksvertreter Manfred Krüger-Sandkamp. Ziel ist die Steigerung des Radfahrer-Anteils der Schülerschaft, der zuletzt bei unter zwei Prozent lag. "Wir haben bereits Nachfragen aus anderen Stadtteilen", so Krüger-Sandkamp. "Aber das ist ein Experiment, wir müssen noch abwarten, Kinderkrankheiten kurieren." Unseren Hinweis, die innere Klinke könne auch von außen leicht erreicht werden, nahm er dankbar entgegen: "Das wird kurzfristig geändert werden." tag

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