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Notdienst in der Kritik

Ein privater Verein will Dortmunds Zahnärzte aufmischen, genauer gesagt ihren Notdienst.

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Der Verein nennt sich "Allgemeiner zahnärztlicher Notdienst" (AZN) mit Sitz in Witten. Dr. Klaus Bartling vom Vorstand der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe hält den Vereinsnamen aus Sicht der Patienten für irreführend.

Bartling teilt in Dortmund den gesetzlich vorgeschriebenen Notdienst unter den mehr als 300 hier niedergelassenen Zahnärzten in der sprechstundenfreien Zeit ein. Er ist auch für die Ahndung von Notdienst-Vergehen zuständig und kann deshalb die Kritik von Dr. Vitalij Fellmann nicht nachvollziehen.

Fellmanns Praxis an der Hohen Straße 1 ist in Dortmund Partner des Vereins AZN: "Versuchen Sie als Schmerzpatient einmal, am Samstag um 14 Uhr einen Termin beim diensthabenden Zahnarzt zu bekommen. Da sind Sie aber froh, wenn Sie dort um 19 Uhr endlich sitzen können."

Für Dr. Bartling erschließt sich der Vorwurf nicht. Eingeteilt für den Notdienst - über ganz Dortmund gestreut - würden an Wochenenden stets sieben Kollegen, nachts wäre es einer. Weil offenbar nicht alle viel zu tun hätten, habe man auch schon eine Kürzung in Erwägung gezogen, bestätigt Dr. Bernd Walter vom Dortmunder Zahnärzteverein. "Daraus wurde nichts", so Kollege Bartling, "wir stehen unter der Aufsicht des Ministeriums, und das legt bei einer so großen Stadt wie Dortmund Wert auf die Flächenverteilung." Ansonsten sieht er den AZN gelassen: "Konkurrenz belebt das Geschäft."

Dr. Fellmann, der seine Praxis an der Hohen Straße mit vier Kollegen betreibt, kann sich offenbar vor Notdienst-Patienten kaum retten, denn er überschlägt 40 "pro Tag, nur im Notdienst" und "samstags ab 7 bis montags, 8 Uhr". Seit fünf Jahren mache er freiwillig Notdienst, habe seine Praxis an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 22 Uhr für Schmerzpatienten geöffnet. Nur nachts verweise er die Patienten an den Notdienst der Kammer. Er spricht beim AZN von einem "zusätzlichen Service". bö

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