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OB soll sich entschuldigen

DORTMUND Der Lügen-Vorwurf von Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer an SPD-Parteichef Franz-Josef Drabig (Foto) schlägt (nicht nur) innerhalb der SPD hohe Wellen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Burchardt fordert eine öffentliche Entschuldigung Langemeyers.

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OB soll sich entschuldigen

Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer steht auch parteiintern in der Kritik.

„Jemanden der Lüge zu bezichtigen, ist ehrenrührig“, stellte Buchardt fest und warf dem OB parteischädigendes Verhalten vor: „Eine Beschädigung des Parteivorsitzenden ist auch eine Beschädigung der Partei“, sagte Burchardt auf RN-Anfrage.

Langemeyer hatte Drabig im Zusammenhang mit der Diskussion um die Fördermittel-Höhe für den U-Turm der Lüge bezichtigt. Der angegriffene SPD-Unterbezirksvorsitzende wollte sich auch gestern nicht äußern. „Er wolle kein Öl ins Feuer gießen“, erklärte Drabig auf Anfrage.

Prüsse will vermitteln

Der frisch aus dem Urlaub zurückgekehrte SPD-Fraktionsvorsitzende Ernst Prüsse fiel „aus allen Wolken“ als er vom Lügen-Vorwurf des Oberbürgermeisters las. Die Äußerung sei „überflüssig“ und „unglücklich“, so seine erste Reaktion. Er wolle jetzt das Gespräch mit Langemeyer suchen – und dann versuchen, „als Moderator“ das zerschlagene Porzellan zwischen den Intimfeinden zu kitten. Gelegenheit dazu gibt es voraussichtlich am kommenden Dienstag, wenn in der Sitzung des SPD-Unterbezirksvorstands die beiden Streithähne aufeinander treffen.

In der Streitsache gab sich Prüsse dagegen zurückhaltend. Die Festlegung auf eine Förderung von 80 Prozent für den Umbau des U-Turms sei damals in der Hoffnung auf Ziel II-Mittel aus EU-Töpfen getroffen worden. Inzwischen ist klar, dass diese Fördermöglichkeit nicht besteht: „Deshalb muss man jetzt neu überlegen und den Gesamtkomplex neu betrachten.“ Mit dieser Einschätzung ist er sich mit Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger einig. Auch er verwies gestern auf die veränderten Förderbedingungen und inhaltlichen Veränderungen für die U-Turm-Planung. „Wir warten jetzt auf eine Aussage aus Düsseldorf und werden dann eine neue Gesamtabwägung vornehmen“, erklärte er. Was darauf hindeutet, dass es am Ende wie von Langemeyer erhofft tatsächlich nicht 80 Prozent Fördermittel sein müssen, um den Turm-Umbau in Angriff zu nehmen.

Belastung für die Stadt

Zum Streit zwischen Drabig und Langemeyer wollte sich Krüger nicht äußern. „Das ist eine interne Angelegenheit der SPD“, betont er auf Nachfrage. Die CDU legte dagegen den Finger in die offene Wunde. „Die Grabenkämpfe in der SPD erreichen einen neuen Höhepunkt, wenn der OB seinen Parteichef öffentlich einen Lügner nennt. Offensichtlich liegen die Nerven bei Dr. Langemeyer blank“, meint der stellvertretende Kreisvorsitzende Uwe Wassmann. Das angespannte Verhältnis zwischen Langemeyer und seiner Partei sei inzwischen auch eine Belastung für die Stadt.

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