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Polizei will durchgreifen

Für viel Wirbel sorgte unser gestriger Bericht über den Jugendterror in Scharnhorst-Ost. Die Polizei kündigte gestern Sondereinsätze mit einer kleinen Einheit der Hundertschaft, mit Hunde- und Reiterstaffel sowie anderen Organisationseinheiten an.

Wie berichtet, schikanieren betrunkene deutsche Jugendliche aus Russland und Polen Anwohner und Passanten in der rund ein Quadratkilometer großen Hochhaussiedlung mit "Straßensperren", Pöbeleien, Wodka-Gelagen und Vandalismus.

Die Politik vor Ort, die in den RN u.a. mehr Polizeipräsenz gefordert hatte, rennt mit ihren Hilferufen bei der Polizei offene Türen ein. Die Sondereinsätze, die in den nächsten Wochen auf Scharnhorst-Ost zukommen, seien schon länger geplant, erklärte gestern der Leiter der Scharnhorster Wache, Klaus Demuth (Foto l.), und tippt auf die grüne Mappe mit dem Einsatzbefehl vom 27. September.

"Mitnichten warten wir, bis man uns in den Hintern tritt", meint auch der kommissarische Leiter der zuständigen Polizeiinspektion (PI) 3 in Lünen, Thomas Volkmann (Foto r.): "Wir warten nicht darauf, dass wir von der Politik Druck kriegen, wir reagieren selbst und planen unsere Aktionen selbst."

Die Polizei kümmere sich nicht erst seit heute um die alkoholisierten Unruhestifter, sondern habe das Problem "tagtäglich im Griff", behauptet Volkmann.

Auch der Eindruck der örtlichen Politiker, dass die Besetzung der Wache in Scharnhorst-Ost seit der Umorganisation der Polizei im Jahr 2003 heruntergefahren worden sei, stimme nicht, versichert der PI 3-Leiter. Die Wachdienststärke sei seitdem um zehn Prozent aufgestockt worden, die Wache nachts mindestens mit einem Wachhabenden besetzt und einer Streifenwagenbesatzung. Im Bedarfsfall könne auch Verstärkung von den umliegenden Wachen und Polizeiinspektionen angefordert werden, so Volkmann.

Dennoch räumte er die Probleme mit der Gruppe alkoholisierter Jugendlicher ein, "die beim Bürger Sorge auslöst und für ein Gefühl von Unsicherheit sorgt". Meist seien es fünf bis zehn, manchmal auch 15 Leute, die unter Alkoholeinfluss in ihrer Freizeit die Ordnung störten und Sachbeschädigungen anrichteten.

Deswegen mache die Polizei dort auch immer wieder Schwerpunkteinsätze, zuletzte in den ersten beiden Wochen der Sommerferien.

Die Zahlen belegen die Notwendigkeit: So sind die angezeigten Straßenraubdelikte gegenüber dem Vorjahr (9) bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres um mehr als das Doppelte (19) gestiegen. Täter und Opfer seien in der Regel unter 21 Jahre, berichteteVolkmann.

Körperverletzung

Einen Anstieg gibt es im Bereich der Wache Scharnhorst auch bei der gefährlichen Körperverletzung von 36 Fällen in 2006 auf 60 allein bis Ende August dieses Jahres. Der PI-Leiter: "Zahlen, die uns aufmerken lassen."

Dass die Tageswohnungseinbrüche in Scharnhorst-Ost um fast 68 % zurückgegangen sind - erfreulich. Weniger erfreulich: Die Diebstähle aus Autos haben von Januar bis August gegenüber dem Vorjahr um 34 % zugenommen, die Diebstähle der Roller um 224 % von 29 auf 94. Wachleiter Demuth: "Es muss sich wohl rumgesprochen haben, wie einfach ein Roller zu knacken ist." ko

Seite 2: Verletzte

Video-Interviews mit dem Leiter der PI 3-Thomas Volkmann und dem Leiter der Wache Scharnhorst Klaus Demuth unter www.RuhrNachrichten.de/dortmund

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