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Polnisch-römisches Märchen

Das ist wahrer Kulturaustausch: Zwei Dortmunder Ballettschülerinnen und ein Querflötist treten in einem Puppentheater in Italien auf - und führen ein polnisches Märchen auf.

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Der Drache von Krakau verbreitet Angst und Schrecken. Der König setzt seine Tochter als Belohnung aus für denjenigen, der den Drachen endlich besiegt. Dutzende tapfere Männer scheitern - bis ein Schuster erscheint. Er gibt dem Drachen ein vergiftetes Schaf zu essen. Daraufhin trinkt dieser so viel Wasser aus der Weichsel, bis er platzt. Das berühmteste polnische Märchen kennen nun auch Hanna Woldt (13) und Sophia Gehrke (12) - schließlich haben sie es getanzt.

Anfang der Woche kehrten sie voller Eindrücke zurück aus Rom: Querflötist Felix Reimann, Hanna und Sophia sowie ihr (polnischer) Ballettlehrer Wojciech Hankiewicz von der "Tanzstelle" an der Sonnenstraße.

Schon seit Jahren kooperiert der von Querflötist und Dortmunder Orchester-Mitglied Felix Reimann geleitete "Amadeus Kammerchor" mit dem italienischen Puppentheater "San Carlino" in Rom, das mitten im Park der berühmten Villa Borghese liegt. Gemeinsam hatten Dortmunder Musiker und römische Puppenspieler bereits drei Mozart-Opern für Kinder eingerichtet. Nun wollte das Puppentheater "Der Drache von Krakau" aufführen. Ballettlehrer Hankiewicz choreografierte, Felix Reimann suchte nach passenden Stücken, Hanna und Sophia probten. Schließlich flog die Dortmunder Delegation am vergangenen Mittwoch nach Rom, eingeladen vom Polnischen Kulturinstitut. Drei Tage Zeit blieben noch, um mit den Puppenspielern zu proben. Bis Sonntag standen drei Vorstellungen an - alle restlos ausverkauft.

Hanna Woldt, die seit zweieinhalb Jahren in der Tanzzstelle trainiert, spielte das feuerspuckende Untier. Mit einer riesigen Drachenmaske (Foto) auf dem Kopf war sie wohl recht überzeugend: "Viele Kinder rannten zu ihren Eltern, als ich als Drache vor ihnen stand", sagt Hanna, die trotz ihres sperrigen Kostüms schnelle Drehungen und schwierige Sprünge zu absolvieren hatte. "Das italienische Publikum ist viel lebendiger als das deutsche. Viele steigerten sich richtig rein ins Geschehen und feuerten uns an", erzählt Felix Reimann.

Für Hanna und Sophia war dies zwar die erste Italienreise, aber längst nicht der erste Auftritt. Diesmal jedoch mussten sie nicht nur tanzen, sondern auch Flöte spielen, singen und ein paar italienische und polnische Sätze sprechen, was den beiden mit Bravour gelang, wie ihr Ballettlehrer lobt. Felix Reimann träumt davon, die Puppentheater-Truppe nach Dortmund einzuladen. "Das müssen Dortmunder Kinder auch gesehen haben", findet er. pin

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