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Prof. Jäger: Hilfe bei Inkontinenz durch neue Operation

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Lütgendortmund Das Problem ist verbreitet, wird aber häufig aus Scham verschwiegen: Harninkontinenz bei Frauen. Das Problem kann viele Ursachen haben, oft liegt die Ursache aber in der Beschaffenheit des Beckenbodens, wie Prof. Dr. Wolfram Jäger erklärt. Prof. Dr. Jäger leitet seit April 2007 die Abteilung für Urogynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion am Evangelischen Krankenhaus in Lütgendortmund.

"Man muss sich den Beckenboden wie eine Hängebrücke vorstellen", wählt der erfahrene Arzt ein anschauliches Beispiel. Im Grunde genommen sei der Beckenboden muskuläres Gewebe, dass an den umgebenen Knochen wie Becken, Scham- und Sitzbein mit Bändern befestigt sei. Diese "Brücke" hält unter anderem die Blase in der richtigen Position.

Wenn nun die Bänder, die den Beckenboden in der richtigen Position halten, durch Geburten oder durch das Alter erschlaffen, dann senken sich nicht nur der Muskel, sondern auch die aufliegenden Organe. Und je nachdem, wie die Blase dann kippt, kommt es entweder zu unwillkürlichem Harnabgang oder zu einem ständigen Harndrang. Beides vergällt den betroffenen Frauen das Leben.

Und genau hier setzt eine Operationstechnik an, die Prof. Jäger schon als Oberarzt an der Erlanger Universitäts-Frauenklinik und an den städtischen Kliniken in Düsseldorf rund 200 Mal durchgeführt hat.

"Wir machen eine sorgfältige individuelle Diagnostik. Und dann ersetzen wir dort, wo es nötig ist, die erschlafften Bindegewebsstrukturen durch ein Gewebe aus Kunststoff", erklärt Prof. Jäger.

Auf einem detaillierten Diagnosebogen hält Prof. Jäger fest, wo in dem speziellen Fall das Problem liegt. Und danach wird operiert. Dabei kann auch sehr alten Menschen geholfen werden: "Ich habe gestern noch eine 82-Jährige operiert und heute war auch schon eine alte Dame da, die wegen ihrer Inkontinenz nicht mehr ins Theater gehen kann. Auch sie werde ich operieren", macht Prof. Jäger auch gerade alten Menschen Hoffnung auf Hilfe. Und daher hält der Chefarzt auch Vorträge in Altersheimen, um auch Menschen, die nicht mehr mobil sind, seine Operationsmethode vorzustellen. Irene Steiner

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