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Rosige Aussichten

Kleinere und mittlere Firmen zwischen Rhein und Weser blicken optimistisch in die Zukunft. Dies unterstreicht eine Umfrage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW). RN-Redakteur Achim Roggendorf sprach mit BVMW-Bezirksgeschäftsführerin Dorothee Schenten (Foto).

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Rosige Aussichten

<p>BVMW-Bezirksgeschäftsführerin Dorothee Schenten: "2008 ist für den Dortmunder Mittelstand ein gutes Jahr." Archivfoto Wegener</p>

Laut Deutschem Mittelstands-Barometer befinden sich die Unternehmer in einem Stimmungshoch. Auch in Dortmund?

Schenten: Die letzten 13 Jahre des Strukturwandels haben die Mittelständler in Dortmund an Strategien und Neuausrichtungen gefeilt. Sie haben sich auch der persönlichen Analyse nicht entzogen.

Es waren schmerzhafte Prozesse, die heute zu gewinnbringenden Situationen geführt haben. Somit gilt auch für Dortmund eine zufriedenstellende Stimmung. Da macht das Arbeiten für Alle gleich wieder mehr Spaß.

Sind die Auftragsbücher gut gefüllt?

Schenten: Branchenübergreifend haben wir in einigen Betrieben eine Vollauslastung bis weit ins Jahr 2008 hinein.

Eine andere Wahrheit ist aber auch, dass heute unseren Unternehmern enorme Bemühungen abverlangt werden, um gewinnbringende Aufträge überhaupt verbuchen zu können. Da spielt ein sehr unbefriedigendes Preisniveau hinein, verursacht durch die Globalisierung.

Unternehmer aus den Billiglohnländern können gerade auch in unserer Region sehr unerschrocken billigste Angebote platzieren, da kann ein hiesiger Unternehmer kaum mithalten. Außer er legt Geld drauf. Und die Steuer zahlt er anders als der überregionale Billiganbieter in dieser Region. Das Südbad ist wahrlich kein Aushängeschild für Auftragsvergabepraktiken gewesen.

Stellen die Firmen neue Mitarbeiter ein?

Schenten: Wenn sie passende Mitarbeiter gefunden haben, ja. Um den Fachkräftemangel abzumildern, muss die Bildungs- und Ausbildungsoffensive zwischen Land, Kommune und Unternehmer intensiviert und schneller voran gebracht werden. Die Unternehmer befinden sich allerdings weiter in einem starren Gesetzgebungskorsett, so dass die bevorstehende Einstellungsoffensive für 2008 noch besser aussehen könnte.

Was könnte dem Mittelstand die gute Laune verderben?

Schenten: Neben den globalen Hürden, bereiten die Auswirkungen der amerikanischen Finanzkrise Sorge. Wir werden aus dem Mittelstand mit Argusauge beobachten, wie sich der Finanzmarkt in Deutschland zukünftig bewegt.

Ein Spaßverderber ist sicherlich immer noch, die in nicht allen Branchen befriedigende Inlandsnachfrage. Die gute Kaufkraft ist im Einzelfall vorhanden, aber langfristig brauchen wir die gesunde Massenkaufkraft.

Ein weiterer Grund der Zurückhaltung ist, die Menschen hier haben die schwierigen zurückliegenden Zeiten noch gut vor Augen. Wir Ruhrgebietsleute haben da schon ein Gedächtnis wie ein Elefant, gut ist das auch nicht immer.

Auch ist noch nicht bei allen Unternehmern der Aufschwung angekommen. Deswegen braucht es Vertrauen. Dafür ist in einem größeren Maße die Politik verantwortlich. Der Bürokratieabbau hinkt aber weiter hinterher, genauso wie die Kostenreduzierung in der Kommune. Die Senkung der Gewerbesteuer ist regional leider ebenfalls kein Thema. Genauso wenig, wie überregional die spürbare Senkung der Lohnnebenkosten.

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