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Roter Teppich für den Mittelstand

Die Commerzbank will beim Mittelstand weiter punkten. Günter Steiner, der neue Leiter des Firmenkundengeschäfts, demonstriert Selbstbewusstsein.

Herr Steiner, was hat Sie bewogen, die Stadt Prag zu verlassen, um nach Dortmund zu kommen?

Steiner: Ich war über acht Jahre in der Filialleitung in Prag mitverantwortlich für das operative Geschäft in der CR und der Slowakei. Nachdem unser Sohn vor einem Jahr sein Abitur gemacht hatte, war ich für neue Aufgaben offen.

In Dortmund fehlen doch die großen Konzerne, die für die Commerzbank als Kunden interessant wären.

Steiner: Es ist richtig, dass es in Dortmund kaum große Konzerne gibt. Dafür ist aber der Motor der Wirtschaft, der Mittelstand, in unserem Gebiet hervorragend positioniert und um bei dem Bild zu bleiben, er läuft auf vollen Touren.

Die kleinen und mittleren Firmen sind bei Ihnen also herzlich willkommen?

Steiner: Sie waren, sie sind und sie bleiben bei uns als wichtige Säule des Bankgeschäftes willkommen.

Allerdings klagt der Mittelstand darüber, dass sich die Commerzbank bei der Kreditvergabe zurückhält. Wie passt das zusammen?

Steiner: Ich bin seit Wochen bei Firmenkunden zu Besuch und kann diese Aussage aus persönlicher Erfahrung nicht bestätigen. Im Gegenteil registriere ich einen starken Wettbewerb unter den Banken um neue Geschäftsmöglichkeiten und Kredite. Kredit ist und bleibt das Ankerprodukt.

Aber die Mittelständler klagen doch nicht ohne Grund?

Steiner: Ich vermute, dass sich die Klagen weniger auf die Kreditbereitstellung als auf die Kreditpreise beziehen. Die Umsetzung von Basel II führt zu einem stärker rating-orientierten Pricing, so dass die Kreditkosten für Kunden mit schwächerer Bonität gestiegen sind.

Außerdem wird es immer Firmen geben, wo die Kreditgeber aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse einen neuen Kredit für nicht mehr vertretbar halten.

Müssen sich die kleineren Firmenkunden darauf einstellen, dass ihnen vermehrt standardisierte Leistungen ohne umfangreiche Beratung angeboten werden?

Steiner: Standardisierte Produkte haben für den Kunden den Vorteil, dass sie wegen der Skaleneffekte in der Produktentwicklung besonders preiswert angeboten werden können. Natürlich bieten wir außerdem beratungsintensive, maßgeschneiderte Lösungen an; dabei muss aber eine Balance zwischen Aufwand und Ertrag gefunden werden. ar

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