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Schimmelpilzen auf der Spur

Die Schrecken des "Antoniusfeuers" sind nur noch aus Geschichtsbüchern bekannt: Bauchkrämpfe, absterbende Finger und Zehen sowie Halluzinationen marterten die Erkrankten.

Vor allem im Mittelalter raffte das "Antoniusfeuer" ganze Dörfer dahin. Dass der so genannte Mutterkorn-Pilz, der ein hochgiftiges Alkaloidgemisch bildet, für diese Krankheit verantwortlich ist, enträtselte die Naturwissenschaft erst Mitte des 19. Jahrhunderts.

Auch heute ist der gefährliche Pilz nicht ausgestorben. Und er hat viele Verwandte, die ihm in punkto Giftigkeit nicht nachstehen. Vieles rund um diese Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) ist noch ungeklärt. Um das zu ändern, arbeiten Wissenschaftler vom Institut für Arbeitsphysiologie (IfADo) und Institut für Umweltforschung (INFU), die beide zur Universität Dortmund gehören, in einem neuen Forschungsprojekt mit Experten des Instituts für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Uni Bonn (INRES) sowie des Instituts für Lebensmittelchemie der Uni Münster zusammen.

Gemeinsam wollen die Forscher zuverlässige und schnelle Nachweismethoden für einzelne Mykotoxine entwickeln, die teilweise zu den wirksamsten Giften überhaupt zählen. Viele davon sind bislang kaum bekannt.

Die Kombinationswirkung der biologischen Gifte soll in Zellkulturen untersucht werden. Außerdem wollen die Wissenschaftler wissen, in welchem Maße Schimmelpilzgifte über die Atemluft aufgenommen werden, wenn z.B. bei der Getreideverarbeitung Staub entsteht.

Mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW konnte das Institut für Umweltforschung (INFU) ein hoch auflösendes Massenspektrometer anschaffen, mit dem Mykotoxine in Mengen von weniger als einem Milliardstel Gramm nachgewiesen werden können. Bislang ist der Nachweis geringer Konzentrationen im Labor extrem schwierig.

Der große Fortschritt der am INFU entwickelten Nachweismethode besteht jedoch nicht nur in der Genauigkeit sondern auch darin, dass eine ganze Reihe von Toxinen gleichzeitig nachgewiesen werden können. Diese neue Multikomponentenanalyse entwickeln die Forscher für über 30 Substanzen. Sie bereiten damit die Entwicklung neuer Schnelltests für die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie vor. Die bisherigen Schnelltests können beispielsweise nicht genau zwischen Mykotoxinen und chemisch ähnlichen, aber ungiftigen Substanzen unterscheiden. rie

www.infu.uni-dortmund.de

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