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Papierkünstler Peter Dahmen ist auf Youtube beliebt

Seine Klappobjekte sind international gefragt

Dortmund Der Dortmunder Peter Dahmen ist Papierkünstler und Designer. Seine Arbeiten stellt er unter anderem auf der Videoplattform Youtube vor. Mit Erfolg: Seinem Account folgen inzwischen schon mehr als 100.000 Nutzer. Doch wie kam er eigentlich dazu?

Seine Klappobjekte sind international gefragt

Peter Dahmen ist Designer und Papierkünstler. Er hat Kunden auf der ganzen Welt. Foto: Katrin Fuhrmann

Ob Make-up Erklärvideos, Lifestyle-Videos oder Kochtipps: Blogger nutzen die Internet-Plattform Youtube, um mit Videos über Themen aus allen Lebensbereichen zu unterhalten. Und das klappt auch. Sogar mit Papierkunst. Papierkünstler Peter Dahmen (50) aus Hörde lädt seit 2010 regelmäßig Videobeiträge über die Entstehung von sogenannten Pop-Ups hoch.

Jüngst hat er die 100.000 Abonnenten-Marke geknackt und wurde dafür von Youtube ausgezeichnet. In seinen mittlerweile 23 Millionen mal aufgerufenen Erklärvideos erklärt er Schritt für Schritt wie seine Zuschauer manche seiner Kunstwerke nachkreieren können.

Für das Erstellen von Pop-Up Kunstwerken, also dreidimensionalen Klappobjekten aus Karton und Papier, bieten sich seit einigen Jahren durch fortschrittliche Druck- und Lasertechniken ganz neue Möglichkeiten. So kann das Kunstwerk beispielsweise mit aufwendigen Lackmustern verziert werden. Der klassische Weg bleibt jedoch das Ausstanzen. Die Pop-Up Kunst wird vor allem durch aufklappbare Karten und Kinderbücher, bei denen einem beim Öffnen ein dreidimensionales Motiv entgegenspringt, bestimmt.

Erst selbständig, dann Angestellter, dann wieder selbständig

Dahmen arbeitete nach seinem Diplomstudium in visueller Kommunikation als freiberuflicher Grafikdesigner. Die Selbständigkeit gab er zwischenzeitlich auf, um festangestellt als Grafikdesigner zu arbeiten. „Das hat mir auch Spaß gemacht. Aber die Selbstverwirklichung und die eigenen Ideen blieben da manchmal leider auf der Strecke“, sagt Dahmen. 2008 machte er sich wieder selbständig und kam mehr oder weniger zufällig auf die Pop-Up Kunst. Bekannte, die seine Kunstwerke zu sehen bekommen haben, überredeten ihn, die Arbeit weiterzuverfolgen.

Seine Klappobjekte sind international gefragt

Peter Dahmen designt Pop-Up-Karten wie diese. Foto: Katrin Fuhrmann

Dahmen ist da also sozusagen reingerutscht. Durch die Veröffentlichung seiner Videos im Internet wurden viele Unternehmen auf seine Kunst aufmerksam und er bekam Anfragen von Eventveranstaltern, Grußkartenherstellern und Werbeagenturen, die seine Kunst für ihre Produkte nutzen wollten. Ob Israel, USA oder die Schweiz: Dahmen arbeitet mit Kunden aus aller Welt zusammen.

Im vergangenen Jahr hat er beispielsweise für einen schwedischen Papierhersteller eine Klappkarte entwickelt, die sich auf tausend verschiedene Arten zusammenfalten lässt, sodass damit mehr als 44.000 verschiedene Schneeflockenbilder erzeugt werden können. Eines seiner größten Projekte ist das Erstellen einer mehr als zehn Meter breiten und mehr als fünf Meter hohen Pop-Up Karte, die bei einer Pressekonferenz eines Autoherstellers zur Premiere eines neuen Wagens gezeigt wurde.

Seine Klappobjekte sind international gefragt

Peter Dahmen hat auch das Dortmunder U als Pop-Up kreiert. Foto: Katrin Fuhrmann

„Oft hat der Kunde genaue Vorstellungen und somit wird aus Kunst Designarbeit, bei der die Entscheidung nicht immer die des Künstlers ist“, sagt Dahmen. Zu Beginn eines Auftrags überprüft der 50-Jährige die Umsetzungsmöglichkeiten, denn nicht immer ist das gewählte Motiv des Kunden machbar. Zum Beispiel ist die genaue architektonische Nachbildung eines Gebäudes schwierig, da sich das Motiv möglichst gut auf- und zuklappen lassen muss. Das ist nicht immer mit der Architektur des Modells vereinbar. Viele Anfragen sind außerdem zu klein oder zu kostspielig, als das sie umgesetzt werden könnten.

Erst werden die Falttechniken getestet

Nachdem Dahmen geprüft hat, ob sich die Faltung für das Projekt realisieren lässt, fängt er an, Skizzen zu fertigen, die meistens schon handgeschnittene Modelle sind, an denen er die Falttechniken und Bewegung des Papiers beim Aufklappen testet. Das Motiv kann dabei sogar an zweiter Stelle stehen und erst nach der Falttechnik entwickelt werden.

Schritt für Schritt entstehen viele weitere Testmodelle, an denen letztendlich auch verschiedene Farbvariationen getestet werden. Meistens verwendet Dahmen für seine Werke das, was wir als Verpackungspapier kennen.

Der Arbeitsaufwand für ein Pop-Up hängt ganz von der Komplexität des Kunstwerkes ab. Während „einfache“ Pop-Up Karten innerhalb eines Tages zu entwickeln sind, dauern größere Projekte auch manchmal bis zu acht Wochen. Die Bearbeitung individueller Aufgaben ist deshalb nicht „mal so eben“ möglich, wie Dahmen sagt. 

Zurzeit arbeitet der Designer an einem Projekt, das erst zur diesjährigen Weihnachtszeit erscheinen wird. Genaueres darf er zwar noch nicht verraten, aber so viel sei schon mal gesagt: Es wird ein Großprojekt – mehr als 22. 000 Exemplare werden angefertigt, die er dann auch auf seinem Youtube-Kanal zeigen wird.

Am Donnerstag (12.4.) präsentiert der Hörder Designer Peter Dahmen um 20 Uhr seine Arbeiten in der Buchhandlung “Transfer“, An der Schlanken Mathilde 3. In seinem Bildvortrag berichtet er über seine Zusammenarbeit mit internationalen Kunden und zeigt seine außergewöhnlichsten Projekte. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt acht. 

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