Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

So jung ist Dortmund nirgendwo anders

DORTMUND Scharnhorst-Ost, die größte Dortmunder Großsiedlung, war der letzte Befreiungsschlag gegen die Nachkriegswohnungsnot. Das 1967/68 größte Siedlungsprojekt in NRW wurde zur Trabantenstadt, damals die sozialdemokratische Variante des Schöner Wohnens in Beton.

Anzeige
So jung ist Dortmund nirgendwo anders

Monotonie in Beton.

Mehr als 5.000 Sozialwohnungen entstanden in vier- bis achtgeschossigen Plattenbauten. Zwar außen von sattem Grün umgeben, das sich nach innen jedoch in schlichtem Abstandsgrün verliert. Ansonsten herrscht Monotonie in dem Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf. Nur unterbrochen von dem Teil der Hochhäuser, die zurzeit saniert werden.

In Scharnhorst-Ost drubbeln sich die meisten Einwohner auf engstem Raum. Die Satellitenstadt ist der flächenmäßig kleinste, aber mit heute 12.800 Einwohnern, darunter ein Drittel russische Migranten, der größte Sozialraum der Stadt. Und so jung wie hier ist Dortmund nirgendwo anders: Ein Viertel der Bewohner ist unter 18 Jahre, 5.500 unter 21 Jahre. Scharnhorst-Ost hat mit 841 Kleinkindern die höchste absolute Zahl von unter 6-Jährigen unter den 62 statistischen Bezirken der Stadt.

Die Bewohner sind reich an Kindern, aber arm an Einkommen. Unter den Eltern, oft allein erziehende Mütter, gelten viele als erziehungsschwach und nur schwer erreichbar durch soziale Arbeit. Arbeitslose und SGB II-Empfänger sind hier stärker als anderswo in Dortmund vertreten. Die Arbeitslosenquote ist mit 29,2 % die vierthöchste innerhalb Dortmunds.

Die Hälfte der Jugendlichen sind hier Ausländer oder osteuropäische Aussiedler. Sie versammeln sich an rund 20 informellen Treffpunkten, darunter auch an der U-Bahn-Haltestelle in der Mitte des Einkaufszentrums Scharnhorst (EKS).

Dass sich hier viele Jugendliche trotz niederschwelliger Angebote von Jugendamt, Kirchengemeinden und Vereinen sowie Ansprechpartnern vor Ort nicht wohl fühlen, liegt nach Meinung von Wissenschaftlern der FH Münster „speziell an den Konflikten und an der Gewaltbereitschaft einzelner Gruppen, aber auch an mangelnder Integration“; denn bestimmte Jugendliche würden durch die Jugendhilfe nicht erreicht.

Anzeige
Anzeige