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Tubist Thomas Kerstner beim Philharmonischen Konzert

So lernt man die Tuba zu spielen

Dortmund Auf einer Tuba einen Ton zu erzeugen, ist nicht leicht: Wer die Lippen falsch ansetzt, wird nichts hören. Für Thomas Kerstner ist das kein Problem, er spielt beim kommenden Philharmonischen Konzert. RN-Mitarbeiterin Mona Westholt hat vom Profi gelernt, dass man auf einer Tuba auch singen kann.

So lernt man die Tuba zu spielen

Unsere Mitarbeiterin Mona Westholt hat auf Einladung der Philharmoniker eine Tuba getestet. Profi Thomas Kerstner hat dabei geholfen. Foto: Bastian Pietsch

Die Anfrage kam von den Dortmunder Philharmonikern: Ob nicht ein Mitglied der Redaktion testen wolle, wie sich eine Tuba spielt. Eine Tuba ist nämlich das ungewöhnliche Solo-Instrument beim 8. Philharmonischen Konzert kommende Woche (siehe Infokasten).

Also, frisch ans Werk: Als absoluter Anfänger lasse ich mir von Profi Thomas Kerstner zeigen, wie es geht. Kerstner wird am Dienstag und Mittwoch Solo-Tubist beim Philharmonischen Konzert sein.

Die Tuba, die er mir in die Hand drückt, ist etwa halb so groß wie ich und fünf Kilogramm schwer. „Ich habe dir extra eine kleine Tuba mitgebracht“, sagt er. Tuben können bis zu zwölf Kilogramm schwer sein.

Üben mit dem Mundstück

Der „Unterricht“ startet damit, dass Kerstner mir erklärt, wie man das Instrument halten muss: „Am besten nur auf einem Oberschenkel ablegen und dann so halten, dass du das Mundstück erreichen kannst.“ Ich stelle mich etwas unbeholfen an und halte die Tuba mit zwei Händen fest. Erst als die Tasten zum Einsatz kommen, bemerke ich den Ring für den Daumen, der am Instrument befestigt ist.

Schritt eins wäre geschafft. Aber jetzt soll ich einen Ton erzeugen. Kerstner erklärt, wie man seine Lippen formen und bewegen muss, um eine Note auf der Tuba zu spielen. Sofort bereue ich, dass ich meine musikalische Ausbildung nach ein paar Jahren Blockflöte in der Grundschule abgeschlossen habe.

Geräusche wie ein Brummbär

Bevor die ganze Tuba zum Einsatz kommt, soll ich erst mal mit dem Mundstück des Instruments üben. Kerstner macht es mir vor: Er legt die Lippen aufeinander und bläst durch das Mundstück. Man solle so tun wie ein Brummbär, lautet seine Anweisung. Als ich es ausprobiere, fühle ich mich eher wie ein schnaubendes Pferd. Trotzdem kommt halbwegs schnell ein vernünftiges Geräusch aus dem Mundstück.

Womit wir bei Schritt drei angelangt wären: einen Ton aus der Tuba herauszubekommen. Mit dem Wissen, wie schwer es ist, auf einer Querflöte oder einer Trompete zu spielen, sehe ich mit Respekt zu, wie Kerstner es vormacht. Dann puste ich selbst mehrmals in die Tuba, bevor sie endlich … ja, viel mehr ein Geräusch als einen Ton macht. Nach mehreren Versuchen kommt sogar ein richtiger Ton aus dem Instrument, auch wenn es mir wie reiner Zufall erscheint.

Wie beim Beatboxen

„Der Ton entsteht an den Lippen, die Tuba macht ihn nur etwas schöner“, so der Tubist. Wenn man die Gesichtsmuskeln locker lasse, dann werde der Ton tiefer. Und entsprechend höher, wenn man sie anspannt.

Kerstner zeigt, wie es die Profis machen. Er spielt einen Auszug aus dem anstehenden Konzert. Das Besondere an der Tuba sei, dass sie gleichzeitig spielen und singen könne. Und das beweist er auf bewundernswerte Weise. „Man kann sogar mit der Tuba beatboxen, weil das Mundstück größer als bei anderen Blasinstrumenten ist“, sagt er und macht es vor.

Tuba Singen und spielen

Beides erscheint mir wie ein Rätsel, auch, als ich es ausprobiere. Singen und spielen zugleich und das alles in einem Atemzug ist mir unmöglich. Auch eine Melodie bekomme ich nicht hin.

Nach etwa einer halben Stunde schläft das Bein unter dem Gewicht des Instruments ein und der Mund wird müde. Spaß hat es gemacht, Profi werde ich wohl nicht mehr.

Solo-Tubist beim 8. Philharmonischen Konzert der Philharmoniker:

Am 8. und 9. Mai spielen die Philharmoniker das 8. Philharmonische Konzert. Die Konzerte beginnen um 20 Uhr im Konzerthaus, Brückstraße 21.

Auf dem Programm stehen Leonard Bernsteins Divertimento für Orchester, Ralph Vaughan Williams’ Tubakonzert mit Thomas Kerstner als Solist und nach der Pause die Suite „Die Planeten“ von Gustav Holst.

Karten kosten zwischen 19 und 42 Euro.

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