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Sonntag als Dienst-Tag: Ja! oder Nix da!

"Ladenöffnung ...wohin geht der Weg?" Fünf Experten diskutierten am Mittwochabend die Frage. Am Ende war nur eines klar: Jeder muss oder will seinen eigenen Weg finden, Einheitlichkeit ist eine Illusion.

Wenn es nach Lovro Mandac (1. Foto) gehen würde, dann wäre selbst der Sonntag noch ein Dienst-Tag. Der hochkarätige Referent, Vorstandsvorsitzender der Kaufhof Warenhaus AG mit 22 000 Mitarbeitern und zwei Mio. Kunden am Tag, will "die Freiheit der Öffnung", Einheitlichkeit ist ihm nicht so wichtig. Die Öffnungszeiten seien im Fluss, stärker hin zu den Abendstunden und ins Wochenende hinein. Von Reglementierung hält er nichts und stellte klar, "wenn es nicht rentabel ist, wird auch nicht geöffnet."

Verdi-Sekretär Norbert Hüwel (2. Foto) hielt dagegen, dass Einheitlichkeit durchaus zu empfehlen sei, damit der Kunde sich orientieren könne. Das neue Ladenöffnungsgesetz habe die "grüne Wiese" gestärkt, denn dort könnten die Leute bis 22 Uhr ihre Einkäufe in den Kofferraum füllen. "Dabei wollen wir doch versuchen, die City attraktiv zu machen." Was sonntags umgesetzt werde, fehle in der Woche in der Kasse. Sonntagsarbeit sei so weit wie möglich einzuschränken.

Eine Steilvorlage für Propst Andreas Coersmeier (3. Foto), dem als Kirchenmann der Sonntag heilig ist. "Hier stellt sich grundsätzlich die Frage: Welche Werte haben wir?", der freie Tag am Sonntag sei "soziale Zeit".

Axel Vosschulte (4. Foto), Geschäftsführer der Firma Store Concept, ist weder ein Verfechter der Einheitlichkeit ("Der Kunde ist intelligent genug, um zu wissen, wann sein Laden geöffnet hat") noch allzu weit gefasster Öffnungszeiten. "Alle zusätzlichen Öffnungszeiten haben nicht zu zusätzlichem Umsatz geführt".

In der Woche begrüße die Verbraucherzentrale durchaus längere Öffnungszeiten, so Helene Schulte-Bories (5. Foto), Leiterin der Verbraucherzentrale Dortmund, aber "wir unterstützen ausdrücklich den Sonn- und Feiertagsschutz". Man müsse berücksichtigen, dass nicht nur die Beschäftigten im Handel, sondern zum Beispiel auch Mitarbeiter der Stadtwerke oder EDG bei der Sonntagsöffnung zur Stelle sein müssten.

Den Abend, zu dem CityRing, Einzelhandelsverband Westfalen-Mitte und IHK eingeladen hatten, moderierte Journalistin Annette Feldmann (6. Foto). Sie hatte im Vorfeld Kunden in der City gefragt, ob sie wüssten, wie die Öffnungszeiten sind. Viele wussten es nicht, und da es Einheitlichkeit eben nicht gibt, gibt es auch nicht die eine Antwort. Wohin der Weg geht, wird also noch reichlich diskutiert werden. Aber wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel. kiwi

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