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Spediteur erfand ständig neue illegale Steuertricks

Schwarzlöhne, falsche Rechnungen, illegale Geschäfte mit Billig-Sprit: Jahrelang hat ein Dortmunder Spediteur (40) alles dafür getan, um möglichst wenig Steuern zu zahlen. Gestern bekam der Familienvater dafür die Quittung vom Landgericht.

Aus formalen Gründen mussten die Richter der 33. Strafkammer zwei nebeneinander stehende Strafen verhängen. Sowohl die von zwei als auch die von einem Jahr Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt. Das war Glück für den Angeklagten - immerhin hatte er seine Steuerhinterziehungs-Tricks Ende 2003 auch dann noch ausgeweitet, als er längst wusste, dass ihm die Behörden auf den Fersen waren. "Das ist ein Punkt, der besonders unangenehm auffällt", sagte der Vorsitzende Michael Hammeke.

Seine Bewährungschance verdiente sich der Angeklagte vor allem mit seinem Geständnis. "Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe, aber ich habe das ganze Ausmaß nicht erkannt", erklärte der 40-Jährige. Bis zur Insolvenz seines Unternehmens im Sommer 2004 hatte er rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firma war ihm immer über alles gegangen. "Das Speditionsgeschäft ist sehr hart. Sie stehen 24 Stunden unter Dampf. Von Sonntag, 22 Uhr, bis zum nächsten Samstag haben sie volles Programm", so der Angeklagte.

Um seine Firma durch Zeiten immer dünnerer Auftragsbücher zu bringen, war dem Chef irgendwann offenbar jedes Mittel recht. Er zahlte Teile der Mitarbeiter-Löhne in bar und damit schwarz aus. Er rechnete private Bauarbeiten über die Firma ab und ließ fremde Tank-Quittungen in seine Buchführung einfließen.

Heute ist der Spediteur so gut wie pleite. Sein Haus hat er verkauft, auch das schicke Boot gehört längst jemand anderem. Fast 200 000 Euro hat er schon ans Finanzamt gezahlt. Doch in den nächsten zwei Jahren wird er sich weiter zur Decke strecken müssen: Die Richter verhängten neben den Bewährungsstrafen eine Geldauflage von 12 000 Euro an die Staatskasse. von

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