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Sportfive-Teamchef Stefan Heitfeld im Interview

DORTMUND In sein neues Büro ist er schon umgezogen. Obwohl: Eine Umzugskiste steht noch vor seinem Schreibtisch in der BVB-Geschäftsstelle. Unausgepackt. Seit Montag ist Stefan Heitfeld neuer Teamleiter von Vermarkter Sportfive.

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Freut sich auf die Aufgabe: Stefan Heitfeld.

Stefan Heitfeld ist bereits seit sieben Jahren in Dortmund tätig.

Herr Heitfeld, seit sieben Jahren stehen Sie bereits im Sportfive-Team beim BVB. Seit ein paar Tagen aber ganz oben. Überrascht? Stefan Heitfeld: Dass man sich für mich als neuen Teamleiter entschieden hat, freut mich sehr. Ich kenne den Verein und das Geschäft. Insofern war die Entwicklung erfreulich.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt? Heitfeld: Ich will mit unserem Team auch in Zukunft in der Vermarktung für Kontinuität sorgen. Seit dem Beginn der Partnerschaft zwischen Sportfive und dem BVB steigen die Sponsoring-Einnahmen kontinuierlich. Das soll auch so bleiben. Hilfreich wäre dabei natürlich der Einzug von Borussia Dortmund ins internationale Geschäft. Wir alle würden uns freuen, wenn der BVB zeitnah wieder dort spielt, wo der Verein auch als Marke hingehört. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht.

Geschätzte 30,5 Millionen Euro hatte der BVB an Sponsoring-Einnahmen im Geschäftsjahr 2006/07. Das Ende der Fahnenstange? Heitfeld: Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem es eng wird, an dem Budgets abgegriffen sind. Doch so weit sind wir noch nicht. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch in den nächsten Jahren die Einnahmen steigern können.Was macht Sie optimistisch?Heitfeld: Die Euphorie rund um den BVB ist bei Sponsoren so groß wie nie zuvor. Bester Beweis: Die VIP-Bereiche sind bis auf 50 Restkarten im Borussia Park restlos ausverkauft. Und die Tickets werden bis zum Heimspiel gegen Werder Bremen am 14. September auf jeden Fall vergriffen sein. Die Nachfrage beim BVB ist immens.

VIP-Karten-Anfragen von Unternehmen müssen Sie dann ablehnen? Heitfeld: Nein, als Unternehmen kann man dann aber nur noch ein so genanntes Incentive buchen. Das ist mit der Abnahme von größeren Karten-Kontingenten verbunden.

Große Euphorie: Nur Champion Partner will beim BVB keiner werden... Heitfeld: Im Vergleich zum Vorjahr sind es weniger Großsponsoren geworden. Wobei Wettanbieter bwin aufgrund der abstrusen Rechtslage in Deutschland und damit ohne unser Verschulden ausgeschieden ist. Generell gilt: Unternehmen tun sich leider schwer, das große Portemonnaie zu öffnen. Das Feld ist überschaubar. Die Euphoriewelle nach der Fußball-Weltmeisterschaft ebbt ein wenig ab. Allerdings: Mit Coca Cola konnten wir kürzlich jedoch einen Champion Partner langfristig binden. Das war nicht selbstverständlich. Coca Cola hat seine strategische Ausrichtung geändert. Es ist uns leider bis heute nicht gelungen, einen neuen Champion Partner zu finden. Das hat nichts mit Borussia Dortmund zu tun. Aber wir haben die Akquise noch nicht eingestellt.

Kann der BVB noch neue Sponsoren für die Saison 2007/08 erwarten? Heitfeld: Ja. In den nächsten zwei, drei Wochen wollen wir noch drei so genannte Partner für Borussia Dortmund gewinnen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir bald Vollzug melden können.

Der BVB hat auch in dieser Spielzeit mehr als 550 Unternehmen als Sponsor. Überrascht Sie das? Heitfeld: Es ist einmalig, dass nach einer völlig verkorksten Saison 2006/07 uns so viele die Treue gehalten haben. Kurios: Die Kündigungsraten waren im Sommer im Rahmen der normalen Fluktuation geringer als in den Vorjahren. Offensichtlich warten alle darauf, dass der BVB sich endlich wieder für Europa qualifiziert. Es herrscht Aufbruchstimmung.

Wie groß war die Enttäuschung nach dem missglückten Heimauftakt gegen den MSV Duisburg? Heitfeld: Das Ergebnis war ein herber Dämpfer. Aber kein Sponsor hat gesagt: Mensch, jetzt geht’s so weiter wie in der letzten Saison. Im Gegenteil. Das Vertrauen in die Mannschaft und vor allem in Trainer Thomas Doll ist immens. Ein Beispiel: Am Tag nach der 1:3-Niederlage haben zwei Firmen darum gebeten, ihren Ein-Jahres-Vertrag in einen Drei-Jahres-Vertrag zu ändern. Das fand ich ganz nett.

2010 endet der Vertrag zwischen Sportfive und Borussia Dortmund. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spekuliert aufgrund der (zu) hohen Provisionszahlungen offen über eine weitere Zusammenarbeit. Ihre Meinung? Heitfeld: Wir beschäftigen uns mit diesem Thema nicht. Bis 2010 vergeht noch viel Zeit. Wir konzentrieren uns darauf, die Sponsoring-Erlöse beim BVB weiter zu steigern. Ob der Agenturvertrag verlängert wird oder nicht, wird zu gegebener Zeit auf anderen Ebenen entschieden.

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Freut sich auf die Aufgabe: Stefan Heitfeld.

Stefan Heitfeld ist bereits seit sieben Jahren in Dortmund tätig.

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