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Stimme befahl Angriff auf Rentner

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Auf einmal habe er eine Stimme gehört. Eine Stimme, die ihn veranlasste zuzuschlagen. Mehrfach. Mit einer Hantelscheibe auf den Kopf des 71-jährigen Rentners. Er habe geglaubt, die Stimme komme von Gott, sagte der Beschuldigte. Das Schwurgericht ordnete gestern die Unterbringung des 41-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der Mann habe plötzlich die Stimme Gottes beziehungsweise des Heiligen Geistes gehört. Er solle Menschen fragen, ob sie an Gott glaubten.

Ebenso habe ihm die Stimme später plötzlich aufgetragen, den ersten Menschen zu schlagen, der sagen würde, er glaube nicht an Gott, so beschrieb es der Angeklagte.

Schlussendlich traf es den 71-jährigen Rentner. Er war gerade auf dem Heimweg vom Schrebergarten, als ihn der Beschuldigte ansprach. Das Gespräch endete für den Rentner mit zehn Schlägen auf den Kopf. Mit einer Hantelscheibe. "Er hatte besonderes Glück", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer in der Urteilsbegründung. Denn der Rentner kam mit Platzwunden, Hämatomen und Schwellungen davon.

Schließlich stellte sich der 41-Jährige der Polizei. Noch auf dem Revier soll er vom bevorstehenden Weltuntergang gesprochen haben.

Die Kammer geht davon aus, dass der Dortmunder seit Jahren krank ist. "Schizoaffektive Psychose" - so lautet der Fachbegriff. Mehrere Psychiatrie-Aufenthalte hat er schon hinter sich. Kurz vor der Tat hatte der Dortmunder seine Medikamente eigenmächtig reduziert. Das gab er gestern zu. Besser gesagt: Eine Dolmetscherin übersetzte während der Verhandlung die Worte des aus der Ukraine stammenden Mannes. Inzwischen habe er verstanden, dass er krank sei.

Es sei ein völlig überraschender Angriff gewesen, so der Vorsitzende Richter Meyer. Eine Aussetzung der Unterbringung zur Bewährung (so hatte es der Gutachter gesehen) kam für das Gericht nicht in Frage. Meyer: "Das Risiko ist zu groß." tina

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