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Tod unter Straßenbahn: Schuldfrage noch immer offen

DORTMUND Trauriger Jahrestag: Heute vor drei Jahren geriet Dorrit Seyfarth beim Einsteigen in die Straßenbahn 403 unter deren Räder, starb auf dem Wickeder Hellweg. Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft bis heute nicht abgeschlossen.

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Tod unter Straßenbahn:  Schuldfrage  noch immer offen

Vor drei Jahren geriet Dorrit Seyfarth (†72) beim Einsteigen unter die Straßenbahn und starb auf dem Wickeder Hellweg.

Die Frage, wie die Seniorin verunglückte, ist noch immer nicht restlos geklärt. „Halt, stehen bleiben!“, soll sie nach Aussagen von Zeugen noch gerufen haben. Alles deutet darauf hin, dass sie sich den rechten Unterarm zwischen den Türen eingeklemmte, mitgeschleift und überrollt wurde. Nach einem Dekra-Gutachten trifft den Fahrer (32) keine Schuld: Wegen der schlechten Lichtverhältnisse ergab sich für ihn „bei dem Blick in den linken Außenspiegel keinerlei Erkennbarkeitsmöglichkeit für eine Person, die sich in der Kernschattenzone der linken Fahrzeugseite befindet“, heißt es in der Expertise vom November 2004. Die Anklagebehörde stellte die Ermittlungen gegen den Fahrer ein.

Der Gutachter fand auch keine technischen Mängel. Die Türen „entsprachen den Anforderungen gemäß nationaler Vorschriften“, schrieb er. „Die Türen sind sicher“, erklärte wenig später auch ein Sprecher der Stadtwerke (DSW). Ein Mitarbeiter demonstrierte sogar bei einem Pressetermin, wie leicht man seinen Arm zwischen den Gummilippen wieder hinausziehen kann. Anfahren durfte die Bahn dabei allerdings nicht. Später handelte das Unternehmen trotzdem: Von September 2005 bis Ende 2006 wurden alle 44 Fahrzeuge gleicher Bauart mit Warnleuchten und einem akustischen Alarm ausgestattet.

Die Staatsanwaltschaft aber hat an der Sicherheit der Bahnen Zweifel: „Ob die – jedenfalls im konkreten Fall – unzureichenden sicherheitstechnischen Vorkehrungen hätten verbessert werden müssen, bleibt eine offene Frage“, erklärte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel damals.

Bei den „N8“-Bahnen war es bereits in anderen NRW-Städten zu schweren Unfällen gekommen. Auch bei den DSW lagen Beschwerden vor. 57 Vorfälle, meist mit Sachschäden, wurden allein ab 2000 gemeldet.

Für die Staatsanwaltschaft zu viele – wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung leitete die Behörde im Mai 2005 ein Verfahren gegen den Verkehrsbetrieb ein.

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