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Undichte Fenster: Mieter heizen Balkon mit

Scharnhorst Karl-Heinz Hinz wohnt eigentlich gerne an der Barthstraße. "Das ist hier die beste Gegend in der Großsiedlung", sagt er. Doch die Wohnqualität in Haus Nr. 1 leidet unter den Mängeln in seinen vier Wänden. "Es gibt überhaupt keine Wärmedämmung. Durch die Fenster zieht es. Dringend müssten sie erneuert werden. Es bildet sich in den Wintermonaten so viel Feuchtigkeit, dass ich Handtücher auf die Fensterbänke legen muss."

Bei geschlossenen Türen und Fenstern bewege sich die Gardine durch die Zugluft. "Der Balkon wird bei uns mitgeheizt." Diese Energieverschwendung ist teuer, beträgt die Heizkostenpauschale für die Bewohner doch durchschnittlich 100 pro Monat.

Die anderen Mieter aus den Häusern bestätigen die Erfahrungen von Karl-Heinz Hinz. "Wir sitzen hier im Winter und frieren. Schon im Oktober/November geht das los", erzählt Ulrike Czipanski aus dem Buschei 14. "Wärmer als 19 Grad wird der Raum nicht, auch wenn die Heizung voll aufgedreht ist", pflichtet ihr Horst Podlech, Mieter im selben Haus, bei.

Zur Kälte tragen auch die teilweise sehr dünnen Wände bei, "Pappwände" nennen sie die Mieter. "Reißzwecken gingen durch, wenn sie lang genug wären", sagt Silke Buß, ebenfalls aus dem Buschei 14. Hingehalten und vertröstet würden sie bei der Ruhr-Lippe-Wohnungsgesellschaft, klagen die Anwohner.

Während die Ruhr-Lippe andere Wohnungen in Scharnhorst für 22 Mio. Euro verschönert und wärmedämmt (wir berichteten), gehen die Bewohner von Barthstraße und Buschei leer aus.

Ihr Pech: Die Ruhr-Lippe hat ihre Häuser im Frühjahr 2006 an die Firma Schaumann Tyskland verkauft. Ruhr-Lippe-Sprecher Heinz-Peter Junker teilte auf Anfrage mit, dass es sich um insgesamt 484 Wohnungen an der Barthstraße 1-11, 2-20 und 13-31, an der Brechtstraße 4-14, 16 und 18 sowie am Buschei 4-20 handelt. Die Ruhr-Lippe verwalte nur den Wohnungsbestand, so Junker weiter. Verbindliche Auskunft über Investionen könne nur der Eigentümer, vertreten durch die Firma Seitz Consulting, geben. Von dieser war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. u.b.

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