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Virtuosität light

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Einen guten Ruf haben sich die "Moskauer Solisten" in den 15 Jahren ihres Bestehens erspielt. Am Dienstag waren sie mit ihrem Leiter Yuri Bashmet beim 5. Festival der Internationalen Symphoniker zu Gast im Konzerthaus. Allerdings ist viel vom einstigen Glanz des Kammerorchesters verblichen.

Der Namensgeber des Festivals ließ das Publikum so lange warten, bis es unruhig wurde. Als "Bratschenvirtuose" gilt Bashmet; die Bearbeitung des a-Moll-Konzerts für Bratsche und Orchester von Paganini ist gemessen an dem, was Geiger auf dem Griffbrett in Paganini-Werken zaubern, jedoch "Virtuosität light". Auf Doppelgriffe, Fingerpizzicati, Flageoletts und rasante Spiccati wartete man in der Bearbeitung vergebens. Sein Arrangement des romanzenhaften Adagios von Brahms lag dem 54-Jährigen mehr.

Ohne Taktstock dirigierte er die 17 Streicher. In Griegs Holberg-Suite ist es dann in den schnellen Sätzen schwer, die Musiker zu einem präzisen Zusammenspiel zu bringen. In Erinnerung bleiben die langsamen Sätze - auch in Mozarts "Kleiner Nachtmusik", die die Moskauer Solisten zackig, mit Ecken und Kanten musizierten.

In Bachs 3. Brandenburgischem Konzert, in schnellen Tempi rasant gespielt, überzeugte das Orchester am meisten. Allerdings war hier das Keyboard, das mehr nach Celesta als nach Cembalo klang, ein äußerst gewöhnungsbedürftiger Fremdkörper. Dass sich ein Orchester mit diesem Anspruch kein Cembalo für ein solches Konzert leiht, ist unverständlich. Da ist man im Konzerthaus anderes gewohnt. JG

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