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Volle Auftragsbücher

DORTMUND In der heimischen Metall- und Elektroindustrie brummt es. Aus dem Aufschwung 2006 sei ein Boom geworden, sagte der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Metall, Heinz S. Thieler.

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Volle Auftragsbücher

Kay Alewelt von Anker-Schroeder bearbeitet eine Flanschwelle. RN-Foto Reminghorst

Das Konjunkturhoch in der Branche sei kräftiger als bislang vermutet. Anzeichen dafür, dass der Aufschwung in absehbarer Zeit zu Ende gehe, gebe es nicht. „Ich bin optimistisch, dass die Sonne den Firmen noch weit über das Jahr 2008 hinaus scheinen wird.“ Der Auftragsbestand sei so hoch, dass man in einigen Bereichen Aufträge nach hinten schieben müsse, erklärte Thieler. So gebe es Firmen, die an der Kapazitätsgrenze fertigten. Entsprechend positiv fielen die Personalplanungen aus: Immer mehr Betriebe planten, die Zahl ihrer Beschäftigten zu erhöhen.

Fachkräftemangel

„Es ist mittlerweile aber schon sehr schwierig, neue qualifizierte Mitarbeiter zu finden“, so Thieler. Es fehle an geeigneten Bewerbern. Der Fachkräftemangel sei mittlerweile spürbar. Die Produktion werde nicht durch Auftragsmangel, sondern durch Knappheiten auf der Angebotsseite behindert: „Ingenieur- und Facharbeitermangel, aus allen Nähten platzende Kapazitäten und fehlendes Material“. Der Unternehmensverband versucht, den Mangel durch Qualifizierung und Weiterbildung zu lindern. Auch würden die Firmen verstärkt ausbilden. Gleichwohl seien viele Jugendliche nicht ausbildungsreif. Allerdings bedeuteten volle Auftragsbücher nicht, dass überall die Gewinne entsprechend steigen, schränkte Thieler ein. Für manche Firmen sei der starke Euro ein Problem beim Export, außerdem brächten hohe Rohstoffpreise, etwa beim Stahl, und die aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten manche Unsicherheiten.

Leiharbeiter ein Dorn im Auge

Bei der IG Metall freut man sich natürlich über die Entwicklung, die die wichtige Leitbranche für Dortmund und die Region genommen hat. „Wenn es den Unternehmen gut geht, werden die Beschäftigten wenigstens in Ruhe gelassen“, kann sich Ulrike Kletezka einen Seitenhieb nicht verkneifen. Als Gewerkschafterin findet sie zudem noch ein Haar in der Suppe. So ist ihr die zunehmende Zahl der Leiharbeiter ein Dorn im Auge, mit denen die Betriebe ihre Kosten drücken. Kletezka freut sich schon auf die nächste Tarifrunde im Herbst 2008: „Die kann ja eigentlich nur noch schöner werden.“ Zur Erinnerung: Die letzte Runde brachte den Beschäftigten 4,1 Prozent mehr Geld.

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