Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Von Kuschelrock bis Deutsch-Pop

"Schmusepapst" wird er genannt. Nun ja. Ganz so verschmust geht es bei Live-Auftritten von Laith Al-Deen nicht zu. Da lässt der Deutsch-Iraker es auch gern mal rocken - wie am Samstagabend bei seinem Tour-Gastspiel in der Westfalenhalle 2. Eine Mischung aus Kuschelrock und funkig arrangiertem, tanzbarem Deutsch-Pop war das.

Mit seinem falschen Schmuse-Image geht der 35-Jährige aber durchaus selbstironisch um. Er wundert sich schon vor den ersten Takten über die vielen Männer im Publikum (40 Prozent mindestens) und widmet ein Lied ("Du") den von weiblichen Fans vermeintlich zwangsrekrutierten Begleitern. Auf die Bitte des Sängers um ein Handzeichen der Betroffenen, meldet sich unter den gut 1500 in der Halle 2 allerdings nur eine Handvoll.

Doch selbst die wenigen unfreiwillig Gekommenen dürften dann und wann mit dem Fuß gewippt haben - spätestens als gegen Ende des Abends regelrechte Partystimmung herrschte. Denn Laith Al-Deen scheint seine zweijährige Kreativitätspause seit der letzten Tournee im Jahr 2005 nicht nur zum Heiraten, sondern auch für einen Ausflug in Funk-Gefilde genutzt zu haben. Denn Arrangements im Funk-Stil ziehen sich durch das gesamte Programm. Die hervorragend besetzte Band ist dazu eigens um zwei Bläser verstärkt, die auch mit Soli glänzen dürfen. Waschechte Balladen zum Kuscheln gibt's gerade einmal zwei an der Zahl.

Höhepunkte sind natürlich die mit jeder Liedzeile bekannten und mitgesungenen Hits der vergangenen sieben Jahre. Angefangen von "Dein Lied" über "Leb' den Tag" und "Keine wie Du" bis zu "Bilder von Dir", die Laith Al-Deen anno 2000 den Durchbruch als Musiker bescherten. Die Liebeslyrik mag einfach und eingängig sein, musikalisch zeigen Sänger und Band auf der Bühne Vielseitigkeit - bis hin zu lateinamerikanischen Rhythmen. Die "Liebe zum Detail", die der Titel des aktuellen Albums beschwört, sie gilt nicht zuletzt der perfekt arrangierten Musik. Und das honoriert das Publikum nach mehr als zwei Stunden und fünf Zugaben mit frenetischem Beifall. Der Mann kann wiederkommen. Allerspätestens in zwei Jahren. Oliver Volmerich

Anzeige
Anzeige