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?Vorsicht, Klassik?

Dieter Hildebrandt im Konzerthaus

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Der E- und U-Musik hat Dieter Hildebrandt eine weitere Kategorie hinzugefügt: Ü-Musik, die ?überflüssige Musik?, und das war für den Kabarettisten in seiner Show ?Vorsicht, Klassik?, die er Freitag im Konzerthaus präsentierte, der Großteil der Musik. Für die Klassik sorgten die sechs Philharmonischen Cellisten Köln, für die Comedy der bald 80-jährige Gründer der Lach- und Schießgesellschaft. Als ?Musikverhinderer? (?solange ich rede, können die nicht spielen?) arbeitete sich Hildebrandt durch die Musikgeschichte von den ?Fohlen von Bohlen? bis zum Parzival, den er in Bayreuth abgesessen habe. Aber keineswegs plauderte der Kabarettist nur über klassische Musik (im ersten Teil sogar arg wenig), sondern auch über den Papst (?ich hab? schon eine leichte Papaphobie?) und die Welt, Fußball, Formel 1 und das Fernsehen (?Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten machen sich in jede Hose, die man ihnen hinhält. Und die Privaten senden, was drin ist?). ?Tenor-Grufties?, die Hildebrandt auf Beerdigungen ?My way? hat singen hören, und Geiger wie André Rieu (?der Johann Strauß der Fußgängerzone?), haben dem scharfzüngigen Wort-Komponisten Hildebrandt den Spaß an klassischer Musik verdorben. Daran konnten auch die sechs Cellisten mit ihrer launigen Musikauswahl (Hildebrandt: ?immer knapp an der Kunst vorbei?) nicht viel ändern. Chopins Nocturne ?rettete? er, in dem er ein Gedicht dazu aufsagte, die Nationalhymnen, in dem er sie auf ?Hammerwurf-Länge? brachte und das Wiener Neujahrskonzert, in dem er die Kölner auf drei Minuten eindampfen ließ ? ein Sparvorschlag von Hildebrandt an die Kulturpolitiker. Viel war abgelesen an diesem Abend, richtig gut war Dieter Hildebrandt als Rezitator in der Boulevard-Zeitungs-Oper ?Frau liebt Mäuse mehr als ihren Mann?, in der Cellist Werner Thomas-Mifune einen Bildzeitungsartikel vertont hat ? sehr humorvoll mit Musik von Tschaikowsky bis Doktor Schiwago. Ein vortreffliches Ensemble sind die Kölner Cellisten: Grandios und etwas ganz Neues auf der Bühne war ihre Interpretation von Strauß? ?Frühlingsstimmenwalzer? zu vier Händen an einem Cello ? ein zirzensisches Kunststückchen. JG

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